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Arbeitsmarkt im Wandel: Löhne in der Leiharbeit

Das durchgehende Wirtschaftswachstum der letzten Jahre hat den Beschäftigten in der Arbeitnehmerüberlassung Alternativen zur Leiharbeit eröffnet, so dass sich die Branche trotz der Einwanderung mit zunehmender Arbeitskräfteknappheit konfrontiert sah. Einer Auswertung des WSI-Tarifarchivs zufolge sind die Tariflöhne in der Arbeitnehmerüberlassung daher zwischen 2010 und 2018 insbesondere im Osten schneller gestiegen als in der Gesamtwirtschaft. Wie die Abbildung zeigt, haben sich die tatsächlich gezahlten Bruttostundenlöhne der Vollzeitbeschäftigten (ohne Sonderzahlungen) in der Branche ähnlich entwickelt. In der Folge stiegen die Bruttostundenverdienste im Wirtschaftszeig der Arbeitnehmerüberlassung stärker als im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich insgesamt, wodurch sich eine Verringerung der Differenz zu den im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich gezahlten Löhnen ergab.

Wie die im WSI-Policy Brief 35 verfügbaren Daten zeigen, bestehen jedoch weiterhin große Unterschiede bei den monatlichen Bruttoarbeitsentgelten. Schon das mittlere Entgelt der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Leiharbeiter der Kerngruppe in der Bundesrepublik fiel mit 1.928 Euro deutlich unter die bundeseinheitliche Schwelle des unteren Entgeltbereichs der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten. Ende 2018 lagen insgesamt 61,6 Prozent der Gehälter unter dieser Niedriglohngrenze. Auch hier sind erhebliche regionale Unterschiede zu konstatieren: Am besten verdienen die Leiharbeiter in den Stadtstaaten bzw. Hafenstädten Hamburg (2.264 €) und Bremen (2.168 €).

Detaillierte Daten und Analysen:
Download WSI Policy Brief 35, 01/2020 (pdf)
Download Daten (xls)

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