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Tarifrunde 2021: Aktueller Überblick

Die DGB-Gewerkschaften verhandeln 2021 neue Vergütungstarifverträge für mehr als zwölf Millionen Beschäftigte. Mehr zu den Verhandlungen in den einzelnen Bereichen auf dieser Seite. Weitere Details in den Tarifpolitischen Monatsberichten.

Insgesamt verhandeln die DGB-Gewerkschaften im Jahr 2021 für mehr als 12 Millionen Beschäftigte neue Vergütungstarifverträge. Wann in welchem Bereich verhandelt wird, zeigt der tarifliche Kündigungsterminkalender des WSI.
Alle Forderungen und Abschlüsse der Tarifrunde 2021 für wichtige Branchen hier auf einen Blick (pdf). Mehr zu den Verhandlungen in den einzelnen Bereichen auf dieser Seite. Weitere Details in den Tarifpolitischen Monatsberichten.

Ver.di fordert für die Beschäftigten in der Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie 4,8 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die aktuellen Tarifverträge laufen zum 31. Januar 2021 aus. Die erste Verhandlungsrunde findet am 13. Januar statt.

Die EVG hat den Stand der seit Wochen geführten vorgezogenen Tarifverhandlungen zum Paket „Bündnis für unsere Bahn“ bewertet. Sie fordert die Deutsche Bahn zu konkreteren und verbindlicheren Zusagen auf, vor allem hinsichtlich künftiger Einstellungszahlen. Weiterhin müsse Arbeit grundsätzlich im Unternehmen gehalten werden. Bis die zugesagten Bundesmittel tatsächlich fließen, müsse es einen Vorbehalt des Tarifabschlusses geben. Die EVG sei bereit, moderate Entgelterhöhungen zu vereinbaren und fordert 1,5 % zum 1.1.2022. Der Abschluss aus 2018 hat eine Laufzeit bis zum 28.2.2021. Sollte die EVG dem Bündnis-Paket nicht zustimmen können, würden die Verhandlungen erneut am 1.3.2021 unter anderen Voraussetzung beginnen.

Am 17.9. konnte die EVG das Tarifpaket “Bündnis für unser Bahn” abschließen:
Nach 10 Nullmonaten werden die Entgelte um 1,5 % ab 1.1.2022 erhöht. Weiterhin wurden Regelungen zur Ausweitung des Ausschlusses betriebsbedingter Kündigungen, zur Einstellung von mind. 18.000 AN jährlich, zum Verzicht von Fremdvergabe, zur Freistellung für Kinderbetreuung bis zu 50 Tage (bis zu 100 Tage für Alleinerziehende) und zur Pflege naher Angehöriger bis zu 20 Tage bei Auswirkungen der Corona-Krise, zur Einrichtung eines Fonds Mobilität und Wohnen, jeweils mit einer Laufzeit bis zum 28.02.2023, vereinbart.

Am 08.06. stellte die IG BAU die Forderung für den zum 31.12.20 kündbaren Lohntarifvertrag des Gebäudereinigerhandwerks auf. Sie fordert für die Lohngruppen 1 und 6 (Mindestlohngruppen) eine Erhöhung um 1,20 €/Std. auf 12,00 und 15,30 €, für die übrigen Lohngruppen 6,5 %. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 €/Mon. in allen Ausbildungsjahren steigen. Weiterhin fordert die IG BAU 80 Stundenlöhne als Einstieg in ein Weihnachtsgeld. Der Verhandlungsauftakt am 16.06. blieb ergebnislos, ebenso der 2. Verhandlungstermin am 03.09. Die Arbeitgeberseite legte kein Angebot vor. Nachdem auch die 3. Verhandlungsrunde am 20.10. ergebnislos blieb, konnte die IG BAU in der 4. Verhandlungsrunde am 4.11. einen Abschluss unter Vorbehalt einer Erklärungsfrist bis zum 18.11. erzielen:
Die Löhne erhöhen sich um 2,4 % ab 01.01.21 und um weitere 2,5/2,6 % ab 01.01.22/23, jew. im Durchschnitt (Erhöhung des Stundenlohns der LGr. 1: von 10,80 auf 11,11/11,55/12,00 € ab 01.01.21/22/23), Laufzeit: 36 Monate bis 31.12.23. Ebenso konnte die Regelung zur bezahlten Freistellung wahlweise am 24. oder 31.12. bis 2023 verlängert werden.

Beschäftigung sichern, Zukunft gestalten, Einkommen stärken. Diese Forderung hat der IG Metall-Vorstand am 9. November für die weitere Diskussion in den Betrieben und Tarifkommissionen empfohlen. Beschäftigung sichern: Bestehende Tarifbestimmungen zur Beschäftigungssicherung sollen überarbeitet und verbessert/ergänzt werden. Hierzu zählen Modelle der Arbeitszeitabsenkung mit Teilentgeltausgleich, wie z. B. eine 4-Tage-Woche. Dadurch soll es Betrieben ermöglicht werden, den Strukturwandel zu bewältigen, ohne Beschäftigte entlassen zu müssen. Zukunft gestalten: Die Vereinbarung tariflicher Rahmenbestimmungen sollen den Abschluss betrieblicher Zukunftstarifverträge ermöglichen, in denen konkrete Investitionen in den Standort geregelt werden. Dabei geht es um Investitionen in neue Produkte, Maschinen als auch in die Qualifizierung der Beschäftigten. Einkommen stärken: Mit einem Volumen von bis zu 4 Prozent - welches auch für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung zur Verfügung steht, etwa einen Teilentgeltausgleich bei Arbeitszeitabsenkungen - und einer Laufzeit von 12 Monaten sollen Entgelte und Ausbildungsvergütungen gestärkt werden. Bei weiteren Themen der Tarifrunde geht es zum einen um die Anpassung der Arbeitsbedingungen im Osten an West, hier insbesondere um die Angleichung der Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden/Woche sowie um eine tarifliche Verbesserung der Ausbildung (Aufnahme der dual Studierenden in den tariflichen Geltungsbereich, unbefristete Übernahme nach der Ausbildung für alle). Am 17. November sind die regionalen Tarifkommissionen mit dem Beschluss des Forderungspaketes der Empfehlung gefolgt, am 26. November erfolgt abschließend der Forderungsbeschluss durch den IG Metall-Vorstand. Die Verhandlungen starten Mitte Dezember.

Die Tarifkommission bei VW hat am 17.11. die Forderungen für die Tarifrunde 2021 beschlossen: 4 % mehr Entgelt für 12 Monate, mehr Freistellungstage für IG Metall-Mitglieder (Wahloption T-ZUV) und Festschreibung von jährlich 1.400 Ausbildungsplätzen bis Ende 2030. Der erste Verhandlungstermin ist für den 13. Januar 2021 vorgesehen.

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