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Arbeitsmarkt im Wandel: Arbeit auf Abruf

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Bei Arbeit auf Abruf handelt es sich um eine Form der Arbeitszeitgestaltung mit höchst flexiblen und für die Beschäftigten kaum planbaren Arbeitszeiten. Besonders weit verbreitet ist diese Form im Handel, Gastgewerbe und Verkehr. Geregelt ist Arbeit auf Abruf über das Teilzeit- und Befristungsgesetz (§ 12 TzBfG). Arbeit auf Abruf setzt eine Vereinbarung voraus, wonach die Arbeitsleistung flexibel immer dann zu erbringen ist, wenn Arbeitsbedarf besteht. Ob Arbeitsbedarf besteht, entscheidet allerdings allein der Arbeitgeber (vgl. Absenger 2017). Arbeitsrechtich ist Arbeit auf Abruf von der Rufbereitschaft oder dem Bereitschaftsdienst zu unterscheiden. Bei Arbeit auf Abruf zählt der Zeitraum zwischen den einzelnen Arbeitseinsätzen als Freizeit und ist damit unbezahlt, obwohl die Beschäftigten sich für einen möglichen Abruf bereithalten müssen.

Von allen abhängig Beschäftigten arbeiten 7 Prozent an mindestens einem Tag pro Monat auf Abruf. Im Dienstleistungssektor und im Handwerk (jeweils 8 Prozent) ist Arbeit auf Abruf etwas verbreiteter als in der Industrie (4 Prozent). Nur 5 Prozent der Hochqualifizierten, aber 13 Prozent der Geringqualifizierten arbeiten auf Abruf.

Arbeit auf Abruf bietet Arbeitgebern die Möglichkeit, ohne Rückgriff auf den externen Arbeitsmarkt den Arbeitskräfteeinsatz flexibel geänderten Auftragslagen anzupassen. In den meisten Fällen handelt es sich um atypische und prekäre Arbeit, die weit hinter den sozialen Standards normaler Beschäftigung zurück bleibt. Das schwankende Einkommen in Kombination mit niedrigen Löhnen führt oftmals dazu, dass die Arbeit auf Abruf mit einem erhöhten Risiko verbunden ist, kein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen.

Die aus der Arbeit auf Abruf resultierende Planungsunsicherheit führt dazu, dass nur 67 Prozent der auf Abruf Beschäftigten mit ihrer Work-Life-Balance zufrieden sind, während das für 78 Prozent aller abhängig Beschäftigten gilt. Zudem fühlt sich jeder zweite auf Abruf Beschäftigte körperlich erschöpft.

Literatur

Absenger, N. (2017): Arbeit auf Abruf. In: Romahn, R., Arbeitszeit gestalten. Wissenschaftliche Erkenntnisse für die Praxis. Marburg. S. 157-166.

BAuA (2016): Arbeitszeitreport Deutschland 2016, Dortmund.

DGB Abteilung Arbeitsmarktpolitik (2016): Arbeit auf Abruf: Arbeitszeitflexibilität zulasten der Beschäftigten. Arbeitsmarkt Aktuell Nr. 6. Berlin

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