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Arbeitsmarkt im Wandel: Homeoffice

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Unter Homeoffice wird die Möglichkeit verstanden, auch von zu Hause aus zu arbeiten. Über digitale Technologien ist es in mehr und mehr Branchen und Bereichen möglich, zu jeder Zeit und von jedem Ort aus zu arbeiten.

Bei einer Befragung des Sozio-oekonomischen Panels berichteten 2014 bereits 12 Prozent der Beschäftigten, von zu Hause aus zu arbeiten. Die Möglichkeit zur Heimarbeit hängt entscheidend von der Art der beruflichen Tätigkeit ab: Je höher die Qualifikation der Arbeitnehmer, desto eher erlaubt ihre Tätigkeit eine Arbeit von Zuhause. So gaben 82 Prozent der Beschäftigten ohne Berufsausbildung in der Befragung an, dass ihre Präsenz am Arbeitsplatz erforderlich ist, während dasselbe nur auf 23 Prozent der Beschäftigten mit Hochschulabschluss zutraf. In der letztgenannten Beschäftigtengruppe nutzt ein Drittel der Angestellten bereits die Möglichkeit zur Heimarbeit. Knapp die Hälfte (45 Prozent) der Akademiker nutzen jedoch kein Homeoffice, obwohl ihre Tätigkeit das erlauben würde. Wie ein Blick auf die hellblauen Balken in der Abbildung zeigt, läuft dies in 69 Prozent der Fälle den Interessen der akademisch Beschäftigten zuwider.

Tatsächlich kann die Nutzung von Homeoffice für die Beschäftigten sowohl positive als auch negative Aspekte haben: Einerseits lassen sich in einigen Fällen durch die Arbeit von zu Hause Privat- und Berufsleben besser vereinbaren, da die Arbeitszeiten flexibler über den Tag verteilt werden können und Arbeitswege wegfallen. Andererseits führt diese Flexibilität führt zu einer Entgrenzung von Arbeit und Freizeit. So weisen einige Studien darauf hin, dass Beschäftigte mit Homeoffice mehr Überstunden machen und längere Arbeitszeiten haben (Messenger et al. 2017, S. 21). Durch die unterschiedlichen Arbeitsorte wird der Kontakt zu den Kollegen verringert. Nur bei ausreichender organisatorischer Unterstützung kann der drohenden sozialen Isolation durch den geringen Kontakt zu den Kollegen vorgebeugt werden (Bentley et al. 2016, S. 213). Wichtig dabei ist u.a. das Vertrauen des Unternehmens darin, dass die Arbeit von den Beschäftigten zu Hause mit gleicher Qualität erledigt wird. Sinnvoll ist zudem eine langfristige Planung von gemeinsamen Anwesenheits- und Besprechungszeiten.

Literatur

Bentley, T. A./Teo, S. T. T./McLeod, L./Tan, F./Bosua, R./Gloet, M. (2016): The role of organisational support in teleworker wellbeing: a socio-technical systems approach, In: Applied ergonomics 52, S. 207–215

Brenke, K. (2016). Homeoffice. Möglichkeiten werden bei weitem nicht ausgeschöpft. In: DIW-Wochenbericht 5/2016. S. 95-105

Messenger, J./Llave Vargas, O./Gschwind, L./Böhmer, S./Vermeylen, G./Wilkens, M. (2017): Working anytime, anywhere. The effects on the world of work, Luxembourg/Geneva/Luxembourg

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