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Arbeitsmarkt im Wandel: Ständige Erreichbarkeit im Betrieb

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Auch die ständige Erreichbarkeit ist ein Thema, das im Kontext von Digitalisierung, Flexibilisierung und Wandel der Arbeitswelt an Bedeutung gewinnt. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat dazu im Jahr 2015 unter rund 20.000 Beschäftigten Daten erhoben, die bezahlte Ruf- und Bereitschaftsdienste explizit ausschließen Die Beschäftigten wurden danach gefragt, ob in ihrem Arbeitsumfeld erwartet wird, dass sie auch im Privatleben für dienstliche Angelegenheiten erreichbar sind. Trotz der offenkundigen Parallelen zu den gesetzlich normierten Ruf- und Bereitschaftsdiensten ist die ständige Erreichbarkeit weitestgehend unreguliert.

Die überwiegende Mehrheit (61 Prozent) der Befragten berichtete, in der Freizeit selten oder gar nicht kontaktiert zu werden. Bei immerhin 22 Prozent der Beschäftigten erwartet das Arbeitsumfeld hingegen, auch im Privatleben für dienstliche Angelegenheiten erreichbar zu sein. Die verbleibenden 17 Prozent der befragten Erwerbstätigen können die Erwartungen des Arbeitsumfeldes nicht eindeutig abschätzen und antworten daher mit einem „teils/teils“. Personen, von denen erwartet wird, auch privat erreichbar zu sein, leiden häufiger unter Termin- und Leistungsdruck sowie Überforderung durch die Arbeitsmenge.

Wenn erwartet wird, auch privat für berufliche Angelegenheiten ständig erreichbar zu sein, sinkt die Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance von 82 Prozent auf 66 Prozent ab. Zudem sind Zusammenhänge zwischen ständiger Erreichbarkeit und dem Gesundheitszustand nachgewiesen worden (BAuA 2016, S. 79). So sind Erwerbstätige, von denen erwartet wird, auch im Privatleben für dienstliche Angelegenheiten erreichbar zu sein, zu 42 Prozent von Schlafstörungen betroffen, während es bei jenen, die in ihrer Freizeit nicht erwarten müssen dienstlich kontaktiert werden, nur 30 Prozent sind.

Literatur

BAUA. 2016. Arbeitszeitreport Deutschland 2016. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

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