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WSI GenderDatenPortal: Bildung: Schulische Bildung 1991 - 2017

Beim Vergleich des höchsten Schulabschlusses im Jahr 2017 in Deutschland lassen sich nur noch geringe Unterschiede zwischen Frauen und Männer im Erwerbsalter (von 15 bis unter 65 Jahren) feststellen: Im Jahr 2017 verfügen jeweils mehr als ein Drittel der Frauen und Männer über Abitur oder Fachhochschulreife (jeweils 38 Prozent). Die mittlere Reife (Realschulabschluss) erreichen Frauen etwas häufiger als Männer (39 gegenüber 31 Prozent), während sie etwas seltener einen Hauptschulabschluss haben (21 gegenüber 26 Prozent der Männer). Keinen Schulabschluss weist nur noch eine Minderheit der Frauen und Männer auf (jeweils 4 Prozent). Damit haben Frauen die Männer bei den Schulabschlüssen inzwischen überholt.

Der regionale Vergleich zwischen West- und Ostdeutschland zeigt, dass immer noch große Unterschiede beim höchsten erreichten Schulabschluss bestehen. Allerdings fallen die geschlechterbezogenen Unterschiede dabei – in beiden Teilen Deutschlands – nur gering aus:

  • In Ostdeutschland verfügt jeweils mehr als die Hälfte der Frauen und Männer (60 bzw. 59 Prozent) über einen mittleren Schulabschluss (Abschluss einer Realschule oder einer Polytechnischen Oberschule). In Westdeutschland gilt dies jedoch nur für etwa ein Drittel der Frauen und ein Viertel der Männer. In Ostdeutschland ist der mittlere Schulabschluss also der häufigste Schulabschluss der Bevölkerung im Erwerbsalter – in Westdeutschland erweist er sich nur als zweitwichtigster Abschluss.
  • Dafür erlangen Frauen und Männer in Ostdeutschland etwas seltener das Abitur oder die Fachhochschulreife als in Westdeutschland: In Westdeutschland verfügen jeweils mehr als 39 Prozent der Frauen und Männer über Abitur oder Fachhochschulreife, als dem hier wichtigsten Abschluss. In Ostdeutschland sind Abitur bzw. Fachhochschulreife etwas weniger verbreitet, zudem finden sich hier auch geringe geschlechterbezogene Unterschiede (33 Prozent bei den Frauen, gegenüber 30 Prozent bei den Männern).
  • Haupt- bzw. Volksschulabschluss weisen in Westdeutschland (immer noch) knapp ein Viertel der Frauen und 30 Prozent der Männer auf. In Ostdeutschland findet sich der Hauptschulabschluss wesentlich seltener– nur bei 5 Prozent der Frauen und 9 Prozent der Männer. Der Haupt- bzw. Volksschulabschluss bleibt damit vor allem in Westdeutschland (weiterhin) von Bedeutung.
  • Ohne Schulabschluss bleibt nur eine Minderheit der Frauen und Männer in beiden Regionen: In Westdeutschland betrifft dies vier bis fünf Prozent, in Ostdeutschland sogar nur zwei bis drei Prozent.

Die generelle Tendenz zu höheren Schulabschlüssen zeigt sich besonders deutlich im längerfristigen Zeitvergleich über die letzten 25 Jahre. Der Vergleich zwischen 1991 und 2017 veranschaulicht, wie stark sich das schulische Bildungsniveau der Bevölkerung im Erwerbsalter verändert hat:

  • Besonders stark nehmen die höheren Schulabschlüsse zu – bei Frauen wie Männern gleichermaßen. Der Anteil der Frauen mit Abitur (oder Fachhochschulreife) hat sich zwischen 1991 bis 2017 fast verdreifacht (von 13 auf 38 Prozent). Bei den Männern hat sich der Anteil im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt (von 18 auf 38 Prozent).
  • Gleichzeitig ist der Anteil der Personen mit Haupt-/Volksschulabschluss deutlich zurückgegangen: Bei Männern ist er von 47 Prozent auf nunmehr 26 Prozent fast um die Hälfte gesunken, und bei den Frauen hat sich der Anteil sogar mehr als halbiert (von 46 Prozent auf 21 Prozent).
  • Leicht angestiegen ist über den Gesamtzeitraum hinweg die Bedeutung des Realschulabschlusses (bzw. des Abschlusses der Polytechnischen Oberschule). Insgesamt fiel der Anstieg bei den Männern sogar etwas größer aus. Dennoch gilt auch im Jahr 2017, dass (immer noch) mehr Frauen als Männer einen mittleren Schulabschluss aufweisen (37 Prozent im Vergleich zu 31 Prozent).
  • Demgegenüber ist der Anteil an Personen ohne Schulabschluss stark zurückgegangen. Er liegt im Jahr 2017 bei Frauen wie Männern nur noch bei 4 Prozent.

Wie der Zeitvergleich zeigt, haben Frauen von der Bildungsexpansion in den letzten 25 Jahren stärker als Männer profitiert, denn sie haben heute häufiger als Männer einen höheren oder mittleren Schulabschluss.

Bearbeitung: Dietmar Hobler, Svenja Pfahl, Julia Spitznagel

Literatur

Statistisches Bundesamt (2018 a): Bildungsstand der Bevölkerung. Ergebnisse des Mikrozensus 2017, https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Bildungsstand/Publikationen/Downloads-Bildungsstand/bildungsstand-bevoelkerung-5210002177004.pdf;jsessionid=4F48363F3CB37204E06B73AD0CBB3734.internet721?__blob=publicationFile&v=4, letzter Zugriff: 05.06.2019.

Statistisches Bundesamt (2018 b): Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Erwerbsbeteiligung der Bevölkerung. Ergebnisse des Mikrozensus zum Arbeitsmarkt 2017, Fachserie 1 Reihe 4.1, https://www.destatis.de/GPStatistik/servlets/MCRFileNodeServlet/DEHeft_derivate_00038108/2010410177004.pdf, letzter Zugriff: 05.06.2019.

Statistisches Bundesamt (2017): Bildungsstand der Bevölkerung 2016, https://www.destatis.de/GPStatistik/servlets/MCRFileNodeServlet/DEHeft_derivate_00031074/5210002167004_korr03042017.pdf, letzter Zugriff: 05.06.2019.

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