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Arbeitsmarkt im Wandel: AUSSCHLIESSLICH GERINGFÜGIG ENTLOHNTE BESCHÄFTIGUNG

Die geringfügig entlohnte Beschäftigung (450-Euro-Minijobs) ist eine umstrittene Form der Beschäftigung, da den Beschäftigten oftmals der Mindestlohn, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie Urlaub (Stegmaier/Gundert/Tesching/Theuer 2015) versagt bleiben (Pusch/Seifert 2017). In Deutschland gibt es knapp 7,6 Millionen Beschäftigte, die einen 450-Euro-Minijob haben. Für gut 2,9 Millionen Personen ist diese Tätigkeit ein Nebenjob. Etwa 4,6 Millionen oder 12,1 Prozent aller Beschäftigten üben jedoch ausschließlich einen Minijob aus.

Mehr als sechs von zehn ausschließlich geringfügig beschäftigten Minijobbern sind Frauen. Wie die Karte zeigt, gibt es auch große Unterschiede hinsichtlich der Verteilung nach Regionen. Generell sind 450-Euro-Minijobs als Hauptbeschäftigung in Westdeutschland mit 12,9 Prozent aller Beschäftigten viel verbreiteter als in Ostdeutschland (9,3 Prozent). Entgegen diesem Muster liegt der Kreis mit dem geringsten Anteil an ausschließlich geringfügig Beschäftigten jedoch in Westdeutschland: In Wolfsburg gehen nur 5,0 Prozent aller Beschäftigten ausschließlich einer 450-Euro-Beschäftigung nach. Sehr hohe Anteile ausschließlich geringfügig entlohnter Beschäftigter finden sich hingegen in Trier-Saarburg (22,1 Prozent), in Kusel (21,4 Prozent) und in Delmenhorst (20,3 Prozent).

Daten aus einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit zur ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigung nach Geschlecht stehen für alle Kreise Deutschlands zum Download zur Verfügung.

Download Daten (xlsx)
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Literatur
Pusch, T./Seifert, H. (2017): Unzureichende Umsetzung des Mindestlohns, in: Wirtschaftsdienst 97 (3), S. 187-191

Stegmaier, J./Gundert, S./Tesching, K./Theuer, S. (2015): In der Praxis besteht Nachholbedarf bei Minijobbern, Nürnberg

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