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WSI Verteilungsmonitor: REICHTUMSQUOTEN IN OST- UND WESTDEUTSCHLAND, 2005-2017

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Der Anteil von Personen in Haushalten mit einem Nettoeinkommen oberhalb der 200 %- Reichtumsgrenze hat seit 2005 in Gesamtdeutschland leicht zugenommen. Hatten sich die Werte zwischen 2005 und 2009 fast ohne Veränderung auf 7,7 bis 7,8 Prozent belaufen, war zum Jahr 2010 eine Erhöhung um 0,3 Prozentpunkte zu verzeichnen. Seitdem lag die Reichtumsquote relativ konstant1 bei 8,1 Prozent. 2013 ist sie auf 8,2 Prozent angestiegen und hat sich bis 2017 nicht verändert.

Das große Gefälle zwischen dem Anteil von Personen in reichen Haushalten in West- und Ostdeutschland hat sich über die Jahre hinweg nur wenig verändert. Die Differenz lag 2005 bei 4,9 Prozentpunkten und im Jahr 2016 bei 4,3 Prozentpunkten. Eine Angleichung der Reichtumsquoten deutet sich schwach an. Im Jahr 2017 betrug die Differenz zwischen beiden Landesteilen nur noch 3,8 Prozentpunkte und hat sich somit in diesem Jahr stärker angeglichen, als in den vorhergehenden Jahren.

1Ab dem Jahr 2011 basieren die Daten auf dem Zensus dieses Jahres. Bis zu diesem Zeitpunkt basiert die Hochrechnung auf der Volkszählung des Jahres 1987. Insofern ist die Interpretation der Daten vor und nach 2011 im Vergleich nur eingeschränkt möglich.

Weitere Erläuterungen

bedarfsgewichtetes Einkommen: Das bedarfsgewichtete Einkommen, auch als Äquivalenzeinkommen bezeichnet, wird herangezogen, um die Einkommen unterschiedlich großer Haushalte vergleichbar zu machen. Dabei wird berücksichtigt, dass größere Haushalte zwar einen höheren Bedarf an Wohnraum, Lebensmitteln, Kleidung etc. haben, dass in bestimmten Lebensbereichen jedoch auch, z.B. durch die gemeinsame Nutzung von Küche und Bad, gemeinsame Versicherungen etc., geringere Pro-Kopf-Kosten anfallen als in einem Ein-Personen-Haushalt. Zudem wird davon ausgegangen, dass jüngere Kinder einen geringeren Bedarf als Erwachsene haben. Das Äquivalenzeinkommen ergibt sich aus der Summe der Einkommen aller Haushaltsmitglieder, welche anschließend durch einen Wert dividiert wird, der üblicherweise anhand der „neuen OECD-Äquivalenzskala“ bestimmt wird. Der ersten erwachsenen Person im Haushalt wird der Gewichtungsfaktor 1 zugewiesen. Um die Vorteile des gemeinsamen Wirtschaftens zu berücksichtigen, erhalten weitere Personen ab 14 Jahren ein Gewicht von 0,5. Kindern unter 14 Jahren wird ein Gewicht von 0,3 zugewiesen. Das Haushaltseinkommen einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren würde demnach durch den Wert 2,1 dividiert werden.

Einkommensreichtum: Als einkommensreich gelten Personen, deren bedarfsgewichtetes Nettoeinkommen oberhalb der Reichtumsgrenze liegt, d.h. mehr als 200 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten beträgt. Relativer Einkommensreichtum beschreibt somit ein deutliches Überschreiten des durchschnittlichen Lebensstandards.

mittleres Einkommen: Das mittlere Einkommen, auch Medianeinkommen genannt, ist der Wert, der genau in der Mitte liegt, wenn alle Einkommen aufsteigend geordnet werden.

Nettohaushaltseinkommen: Das Nettohaushaltseinkommen ergibt sich aus den Gesamteinkünften aller Mitglieder eines Haushaltes nach Steuern und Sozialabgaben. Zu diesen Einkünften zählen u.a. das Arbeitnehmerentgelt, Unternehmens- und Vermögenseinkommen sowie staatliche Transferzahlungen und Mietersparnisse durch selbst genutztes Wohneigentum.

Reichtumsgrenze: Die Reichtumsgrenze liegt bei 200 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten.

Reichtumsquote: Die Reichtumsquote ist der Anteil von Personen an der Gesamtbevölkerung, deren Einkommen oberhalb der 200 Prozent-Reichtumsgrenze liegt.

Quellen

Statistisches Bundesamt
 

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