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WSI Verteilungsmonitor: Frage 2: Ungleichheit der Vermögen?

2. Wie sieht es bei den Vermögen aus?

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Vermögen sind grundsätzlich sehr viel ungleicher verteilt als Einkommen. Der Gini-Koeffizient lag bei den Vermögen 2017 bei 0,78 (Grabka und Halbmeier 2019) – bei den Einkommen betrug der Gini 2016 (aktuellste Daten) hingegen 0,295 (Spannagel und Molitor 2019). Sehr deutlich wird die große Vermögensungleichheit auch daran, dass die wohlhabendsten 10 Prozent der Haushalte in Deutschland zusammen etwa 56 Prozent des Gesamtvermögens besitzen. Für fast drei Viertel aller Haushalte liegt das Vermögen unterhalb des Durchschnitts. Die unteren ca. 15 Prozent besitzen gar kein Vermögen. Etwa 6 Prozent davon haben negative Vermögen, das heißt, sie sind verschuldet. Die Ungleichverteilung der Vermögen verharrt seit 2007 auf einem konstant hohen Niveau (Grabka und Halbmeier 2019). Das zeigt, dass die Vermögenseinbrüche während der Wirtschafts- und Finanzkrise nicht dauerhaft waren.

Exakte Aussagen über die Höhe der Vermögen, deren Verteilung und Entwicklung sind allerdings aufgrund der unzureichenden Datenlage nur schwer möglich. Hohe und sehr hohe Vermögen sind untererfasst. Damit wird auch das Ausmaß der Vermögensungleichheit unterschätzt. Da die Zahl der Vermögensmillionäre seit 2008 um 69 Prozent zugenommen hat, ist die Vermögensungleichheit aber in den vergangenen zehn Jahren vermutlich angestiegen (ebd.).

Erklärung zur Grafik: Die Haushalte sind von links nach rechts nach ihrem Vermögen geordnet. Sie sind eingeteilt in Gruppen, denen jeweils fünf Prozent der Haushalte entsprechen. Die Säulen repräsentieren das höchste Vermögen in der jeweiligen Gruppe.

Literatur

Grabka, Markus M./Halbmeier, Christoph (2019). Vermögensungleichheit in Deutschland bleibt trotz deutlich steigender Nettovermögen anhaltend hoch. In: DIW-Wochenbericht Nr. 40, Berlin.

Spannagel, Dorothee/Molitor, Katharina (2019). Einkommen immer ungleicher verteilt. WSI-Verteilungsbericht 2019. Hans-Böckler-Stiftung, WSI-Report Nr.53, Düsseldorf.

Daten

Monatsbericht Juni 2013 Bundesbank (S. 39)
Monatsbericht März 2016 Bundesbank (S. 76)
Monatsbericht April 2019 Bundesbank (S. 32)

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