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WSI Verteilungsmonitor: REICHTUMSGRENZEN NACH HAUSHALTStyp, 2019


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Reichtumsgrenzen dienen der Messung des Einkommensreichtums. In einem Haushalt, dessen Nettohaushaltseinkommen über der Reichtumsgrenze liegt, werden alle Haushaltsmitglieder als reich betrachtet. Oftmals wird die Grenze für den Einkommensreichtum bei 200 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Einkommens der Bevölkerung in Privathaushalten angesetzt.  Für einen Einpersonenhaushalt waren das 2019 3.580 Euro. Die Reichtumsgrenzen der anderen Haushaltstypen sind davon abgeleitet. Dadurch wird sowohl der unterschiedlichen Haushaltsgrößen als auch dem geringeren Bedarf von Kindern unter 14 Jahren Rechnung getragen. Die Reichtumsgrenze für eine alleinerziehende Person mit einem Kind unter 14 Jahren lag 2019 bei 4.654 Euro. Bei den beiden anderen dargestellten Fällen handelt es sich jeweils um Paar mit zwei Kindern. Die Haushalte unterscheiden sich nur hinsichtlich des Alters der Kinder. Da die sogenannte OECD Äquivalenzskala Kindern unter 14 Jahren einen geringeren Bedarf zubilligt, lag die Reichtumsgrenze der Familie mit kleinen Kindern bei 7.518 Euro, für die Familie mit älteren Kindern bei 8.951 Euro.

Die Reichtumssgrenzen sind seit 2005 um knapp 46 Prozent gestiegen, weil sie an die Entwicklung der mittleren Einkommen gekoppelt sind. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Teil des Einkommensanstiegs auf steigende Preise zurückzuführen ist. Nach einer Preisbereinigung verbleibt ein Anstieg von 19,5 Prozent. Haushalte, die 2019 über ein Einkommen verfügen, welches genau ihrer Reichtumsgrenze entspricht, können sich also knapp 20 Prozent mehr Güter und Dienstleistungen kaufen als es in der gleichen Konstellation 2005 möglich gewesen wäre. Die Excel-Datei bietet eine Übersicht über die Reichtumssgrenzen im Zeitverlauf seit 2005 für verschiedene Haushaltstypen.

Weitere Erläuterungen

Reichtumsgrenze: Die Armutsgrenze liegt bei 200 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten.

bedarfsgewichtetes Einkommen: Das bedarfsgewichtete Einkommen, auch als Äquivalenzeinkommen bezeichnet, wird herangezogen, um die Einkommen unterschiedlich großer Haushalte vergleichbar zu machen. Dabei wird berücksichtigt, dass größere Haushalte zwar einen höheren Bedarf an Wohnraum, Lebensmitteln, Kleidung etc. haben, dass in bestimmten Lebensbereichen jedoch auch, z.B. durch die gemeinsame Nutzung von Küche und Bad, gemeinsame Versicherungen etc., geringere Pro-Kopf-Kosten anfallen als in einem Ein-Personen-Haushalt. Zudem wird davon ausgegangen, dass jüngere Kinder einen geringeren Bedarf als Erwachsene haben. Das Äquivalenzeinkommen ergibt sich aus der Summe der Einkommen aller Haushaltsmitglieder, welche anschließend durch einen Wert dividiert wird, der üblicherweise anhand der „neuen OECD-Äquivalenzskala“ bestimmt wird. Der ersten erwachsenen Person im Haushalt wird der Gewichtungsfaktor 1 zugewiesen. Um die Vorteile des gemeinsamen Wirtschaftens zu berücksichtigen, erhalten weitere Personen ab 14 Jahren ein Gewicht von 0,5. Kindern unter 14 Jahren wird ein Gewicht von 0,3 zugewiesen. Das Haushaltseinkommen einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren würde demnach durch den Wert 2,1 dividiert werden.

mittleres Einkommen: Das mittlere Einkommen, auch Medianeinkommen genannt, ist der Wert, der genau in der Mitte liegt, wenn alle Einkommen aufsteigend geordnet werden.

Nettohaushaltseinkommen: Das Nettohaushaltseinkommen ergibt sich aus den Gesamteinkünften aller Mitglieder eines Haushaltes nach Steuern und Sozialabgaben. Zu diesen Einkünften zählen u.a. das Arbeitnehmerentgelt, Unternehmens- und Vermögenseinkommen sowie staatliche Transferzahlungen und Mietersparnisse durch selbst genutztes Wohneigentum.

Quelle

Amtliche Sozialberichterstattung

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