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Tarifarchiv - Tarifrunden Tarifarchiv

Tarifrunde 2021: Aktueller Überblick

Die DGB-Gewerkschaften verhandeln 2021 neue Vergütungstarifverträge für mehr als zwölf Millionen Beschäftigte. Mehr zu den Verhandlungen in den einzelnen Bereichen auf dieser Seite. Weitere Details in den Tarifpolitischen Monatsberichten.

Insgesamt verhandeln die DGB-Gewerkschaften im Jahr 2021 für mehr als 12 Millionen Beschäftigte neue Vergütungstarifverträge. Wann in welchem Bereich verhandelt wird, zeigt der tarifliche Kündigungsterminkalender des WSI.
Alle Forderungen und Abschlüsse der Tarifrunde 2021 für wichtige Branchen hier auf einen Blick (pdf). Mehr zu den Verhandlungen in den einzelnen Bereichen auf dieser Seite. Weitere Details in den Tarifpolitischen Monatsberichten.

Mit den Ergebnissen einer Mitgliederbefragung fordert die ver.di-Tarifkommission für die Beschäftigten im Bankgewerbe (ohne Genossenschaftsbanken) eine Entgelterhöhung von 4,5 %, mind. 150 €/Monat, mit einer Wahlmöglichkeit zur Umwandlung in Freizeit bei einer Laufzeit von 12 Monaten sowie eine analoge Erhöhung für Beschäftigte mit übertariflicher Bezahlung. Weiterhin sollen die Beschäftigten einen Anspruch auf mobile Arbeit bis zu 60 % ihrer Arbeitszeit (bis zu 3 Tage/Woche) sowie 1.500 € Erstausstattungspauschale erhalten. Ver.di fordert darüber hinaus Regelungen zu Themen des Daten-, Arbeits- und Versicherungsschutzes für mobiles Arbeiten.

Für Beschäftigte bei öffentlichen Banken fordert ver.di zusätzlich 50 €/Mon. Kostenpauschale für Beschäftigte mit mobiler Arbeit sowie die Einführung einer jährlichen Sonderzahlung von 1.000 € nur für ver.di-Mitglieder.

Erstmals seit 1972 verhandeln die öffentlichen und privaten Banken getrennt.
Die 1. Verhandlungsrunde für die öffentlichen Banken  am 23.06. blieb ergebnislos. Ver.di erwartet für die nächste Verhandlungsrunde am 22.09. ein verhandlungsfähiges Arbeitgeberangebot. Der Verhandlungsauftakt für die privaten Banken am 01.07. blieb ebenfalls ergebnislos. Nächster Verhandlungstermin ist der 26.08.

Am 17.12.20 konnte die IG BAU neue Mindestlöhne für das Bauhauptgewerbe abschließen:  Der Mindestlohn I steigt von 12,55 auf 12,85 €/Std., der Mindestlohn II im Westen von 15,40 auf 15,70 €/Std. und in Berlin von
15,25 auf 15,55 €/Std., jew. ab 01.01.21 mit einer Laufzeit bis Ende 2021.

Am 16.04. hat die IG BAU-Bundestarifkommission die Forderungen für die Tarifrunde 2021 für das Bauhauptgewerbe aufgestellt: 5,3 %, Weiterentwicklung der Wegezeiten-Entschädigung sowie die Angleichung der Löhne und Gehälter Ost an das Westniveau. Bereits in der 1. Verhandlungsrunde am 11.05. unterbreiteten die Arbeitgeber ein erstes Angebot. Dieses sah 3,0 % mehr Lohn und Gehalt für 24 Monate vor. Laut IG BAU gab es keine Aussage zu der geforderten Wegezeiten-Entschädigung, dafür jedoch die Einsicht, dass es bei der Angleichung der Vergütungen Ost an West eine Lösung geben muss. Die Gewerkschaft bezeichnete das Angebot als unzureichend und sieht erheblichen Nachbesserungsbedarf. Die für den 21. und 22.06. angesetzten Verhandlungen wurden bereits am 1. Tag von der Arbeitgeberseite unterbrochen mit einem Terminangebot für August. Die IG BAU rief daraufhin die Beschäftigten zu zahlreichen Aktionen auf.

Die Verhandlungen wurden am 27.07. fortgesetzt. Die Tarifvertragsparteien einigten sich auf einen Fahrplan für die weiteren Verhandlungen. Zu Beginn sollen die Themen Mindesturlaubsvergütung und Erschwerniszuschläge, gefolgt von einer Mindestlohnstruktur und der Weiterentwicklung der Wegezeitentschädigung verhandelt werden. Danach geht es um die Erhöhung der Löhne und Gehälter sowie der Mindestlohnhöhe und die Angleichung des Ost- an das Westniveau. 2 weitere Verhandlungstermine sind für Mitte/Ende September anberaumt. Die Tarifvertragsparteien haben sich darauf geeinigt, keine Zwischenergebnisse zu veröffentlichen. 

Die EVG hat den Stand der seit Wochen geführten vorgezogenen Tarifverhandlungen zum Paket „Bündnis für unsere Bahn“ bewertet. Sie fordert die Deutsche Bahn zu konkreteren und verbindlicheren Zusagen auf, vor allem hinsichtlich künftiger Einstellungszahlen. Weiterhin müsse Arbeit grundsätzlich im Unternehmen gehalten werden. Bis die zugesagten Bundesmittel tatsächlich fließen, müsse es einen Vorbehalt des Tarifabschlusses geben. Die EVG sei bereit, moderate Entgelterhöhungen zu vereinbaren und fordert 1,5 % zum 1.1.2022. Der Abschluss aus 2018 hat eine Laufzeit bis zum 28.2.2021. Sollte die EVG dem Bündnis-Paket nicht zustimmen können, würden die Verhandlungen erneut am 1.3.2021 unter anderen Voraussetzung beginnen.

Am 17.9. konnte die EVG das Tarifpaket “Bündnis für unser Bahn” abschließen:
Nach 10 Nullmonaten werden die Entgelte um 1,5 % ab 1.1.2022 erhöht. Weiterhin wurden Regelungen zur Ausweitung des Ausschlusses betriebsbedingter Kündigungen, zur Einstellung von mind. 18.000 AN jährlich, zum Verzicht von Fremdvergabe, zur Freistellung für Kinderbetreuung bis zu 50 Tage (bis zu 100 Tage für Alleinerziehende) und zur Pflege naher Angehöriger bis zu 20 Tage bei Auswirkungen der Corona-Krise, zur Einrichtung eines Fonds Mobilität und Wohnen, jeweils mit einer Laufzeit bis zum 28.02.2023, vereinbart.

In allen regionalen Tarifgebieten des Einzelhandels hat ver.di die Forderungen für die anstehende Tarifrunde beschlossen. Unter anderem sollen danach die Löhne und Gehälter um 4,5 % plus 45 € im Monat erhöht werden, bei einer Laufzeit von 12 Monaten (abweichend: Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen 10 Monate, Berlin, Brandenburg 9 Monate). Dies gilt überwiegend ebenso für die Ausbildungsvergütungen. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft eine rentenfeste Mindestvergütung von 12,50 €/Std. und erneuert auch die Forderung an die Arbeitgeber, gemeinsam die Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklären zu lassen, um Lohndumping auf Kosten der Beschäftigten zu unterbinden.

Die ersten Verhandlungen u. a. in Baden-Württemberg (28.04.), Bayern (03.05.) sowie Nordrhein-Westfalen (05.05.) blieben erwartungsgemäß jeweils ohne Ergebnis.
In der 2. Verhandlungsrunde in Nordrhein-Westfalen am 27. Mai legten die Arbeitgeber ein erstes Angebot vor. Dieses unterschied zwischen Unternehmen, die gut durch die Pandemie gekommen sind (2 Nullmonate, 1,0 % ab Juli 2021, 1,4 % ab Mai 2022, 2,0 % ab Mai 2023, zusätzliche Einmalzahlung von mtl. 1,4 %/ME für den Zeitraum Juli 2021 bis April 2022) und Unternehmen, die von den Pandemieauswirkungen betroffen sind (10 Nullmonate, 1,0 % ab März 2022, 1,4 % ab November 2022, 2,0 % ab November 2023). Die Laufzeit betrug in beiden Fällen 36 Monate, bis 30.04.2024. ver.di hat das Angebot zurückgewiesen. Ein analoges Angebot legten die Arbeitgeber u. a. auch in den Verhandlungen am 1. Juni in Sachsen-Anhalt/Thüringen/Sachsen, 8. Juni in Bayern und 15. Juni in Hamburg vor.
In der 3. Verhanglungsrunde am 22.06. in Nordrhein-Westfalen präsentierten die Arbeitgeber dann ein modifiziertes Angebot. Dieses sieht für Unternehmen, die gut durch die Pandemie gekommen sind nach 2 Nullmonaten eine Tabellenerhöhung um 2,0 % ab Juli 2021 vor, gefolgt von zwei Stufenerhöhungen um 1,4/2,0 % jew. ab Mai 2022/2023. Des Weiteren sollen die Beschäftigten zum 1. Oktober 2021 eine Einmalzahlung von 300 € erhalten. Beschäftigte aus Unternehmen, die von den Pandemieauswirkungen betroffen waren, erhalten die Erhöhungen 10 Monate oder sechs Monate später, die Einmalzahlung soll entfallen.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) gab am 6. Juli gemeinsam mit seinen Landesverbänden einen Orientierungsrahmen für freiwillige Erhöhungen bekannt, der sich an Unternehmen richtet, die gut durch die Pandemie gekommen sind. Dieser sieht nach 2 Nullmonaten eine Erhöhung von 2,0 % sowie zusätzlich eine optionale Einmalzahlung von 300 € vor. Die Leistungen sind auf einen späteren Tarifabschluss anrechenbar. ver.di  verurteilt den Vorstoß als einen Versuch einer einseitigen Lohnfestsetzung, der den Tarifkonflikt verschärft und die ohnehin komplizierten Verhandlungen weiter erschweren wird.
Die 4. Verhandlung in Nordrhein-Westfalen am 8. Juli endete derweil ohne Ergebnis und wurde am 15. Juli fortgesetzt. Hier unterbreitete ver.di den Arbeitgebern den Vorschlag, dass Beschäftigte auf Wunsch zukünftige Tabellenerhöhungen temporär in zusätzliche Urlaubstage umwandeln können. Die Beschäftigten hätten damit mehr Arbeitszeitsouveränität gewonnen, die von der Corona-Pandemie belasteten Unternehmen eine Entlastung auf Seiten der Liquidität. Eine Einigung konnte nicht erreicht werden. Damit gehen die Verhandlungen am 1. September in die 5. Runde.
Die regionalen Verhandlungen werden bundesweit von zahlreichen Warnstreiks begleitet.

Die Tarifkommissionen für die nordwestdeutsche und die ostdeutsche Eisen- und Stahlindustrie forderten in der Tarifrunde 2021 eine Erhöhung der Vergütungen von 4 Prozent, um die Einkommen zu stärken und um Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung zu finanzieren. Außerdem wollten die Mitglieder der Tarifkommissionen die Übernahme für Auszubildende sichern – und auch die dual Studierenden in die Tarifverträge einbeziehen.

Die erste Verhandlungsrunde am 01.03. blieb ergebnislos. In der zweiten Verhandlungsrunde am 15.03. boten die Arbeitgeber u. a. eine Coronaprämie sowie eine weitere, in Freizeit umwandelbare, Einmalzahlung von je 350 € bei einer Laufzeit von 17 Monaten an. Die IG Metall lehnte das Angebot wegen des geringen Volumens bei zu langer Laufzeit ab.

In der dritten Verhandlungsrunde am 26/27.03. konnten die TV-Parteien einen Abschluss erzielen: im Juni 2021 wird eine Corona-Prämie von 500 € ausgezahlt, die Vergütungstarifverträge werden unverändert bis zum 31.05.22 verlängert. Zusätzlich gibt es ein Tarifzusatzentgelt von je 250 € im Dezember 2021 und Februar 2022, welches ab 2023 dauerhaft 600 €/Jahr beträgt und bei Beschäftigungsproblemen in Freizeit umgewandelt werden kann. Der Abschluss wurde am 29.03. im Tarifgebiet Ost übernommen. Die Laufzeit des Abschlusses beträgt 15 Monate bis 31.05.22.

 

 

Erstmals begannen am 11.03. Verhandlungen für bundesweite Tarifverträge für die Beschäftigten in der Fleischwirtschaft (Schlachtung und Fleischverarbeitung). Die NGG fordert einen Mindestlohntarifvertrag mit einem Einstiegslohn von 12,40 €/Std., der sich nach einer kurzen Einarbeitungszeit auf 14,00 €/Std. erhöhen soll. Zusätzlich soll für Facharbeiter einen Mindestlohn von 17 €/Std. vereinbart werden. Außerdem fordert die NGG einen Tarifvertrag über Mindestarbeitsbedingungen mit Regelungen zur Arbeitszeit, zu Arbeitszeitkonten, zum Urlaub und zu Zuschlägen. Beide Tarifverträge sollen allgemeinverbindlich erklärt werden.

Die Tarifverhandlungen am 11. und 16.03. blieben ohne Ergebnis. Die Arbeitgeberseite legte am 16.03. ein Angebot für einen Mindestlohn von 10 € ab 01.07.21 mit einer stufenweisen Anhebung auf 12 €/Std. ab 01.07.24 vor.  In den Verhandlungen am 29.03.boten die Arbeitgeber einen Mindestlohn von 10,50 €/Std. ab Juli an. Dies lehnt die NGG als unzureichend ab. Es wurde kein neuer Verhandlungstermin vereinbart.

Nach zahlreichen Warnstreiks konnte die NGG in der 4. Verhandlungsrunde am 27.05. einen Abschluss für einen neuen deutschlandweiten Mindestlohn erzielen:

10,80/11,00/11,50/12,30 € je Std. ab Erteilung der Allgemeinverbindlichkeit/01.01./01.12.2022/01.12.2023, Laufzeit bis 30.11.2024. Die Tarifvertragsparteien beantragen die Allgemeinverbindlichkeit.

Am 08.06. stellte die IG BAU die Forderung für den zum 31.12.20 kündbaren Lohntarifvertrag des Gebäudereinigerhandwerks auf. Sie fordert für die Lohngruppen 1 und 6 (Mindestlohngruppen) eine Erhöhung um 1,20 €/Std. auf 12,00 und 15,30 €, für die übrigen Lohngruppen 6,5 %. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 €/Mon. in allen Ausbildungsjahren steigen. Weiterhin fordert die IG BAU 80 Stundenlöhne als Einstieg in ein Weihnachtsgeld. Der Verhandlungsauftakt am 16.06. blieb ergebnislos, ebenso der 2. Verhandlungstermin am 03.09. Die Arbeitgeberseite legte kein Angebot vor. Nachdem auch die 3. Verhandlungsrunde am 20.10. ergebnislos blieb, konnte die IG BAU in der 4. Verhandlungsrunde am 4.11. einen Abschluss unter Vorbehalt einer Erklärungsfrist bis zum 18.11. erzielen:
Die Löhne erhöhen sich um 2,4 % ab 01.01.21 und um weitere 2,5/2,6 % ab 01.01.22/23, jew. im Durchschnitt (Erhöhung des Stundenlohns der LGr. 1: von 10,80 auf 11,11/11,55/12,00 € ab 01.01.21/22/23), Laufzeit: 36 Monate bis 31.12.23. Ebenso konnte die Regelung zur bezahlten Freistellung wahlweise am 24. oder 31.12. bis 2023 verlängert werden.

Eine Erhöhung der Vergütungen um 4,5 bis 6,0 % in Kombination mit Festgeldforderungen zwischen 145 bis 155 bzw. zzgl. 45 €/Mon. haben die Tarifkommissonen von ver.di in nahezu allen regionalen Tarifgebieten des Groß- und Außenhandels beschlossen. So fordert z. B. ver.di in Nordrhein-Westfalen wie auch in Sachsen-Anhalt eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 % zuzüglich 45 €/Monat bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Ergänzt werden die Forderungen um spezifische regionale Forderungen, wie z. B. eine Wahloption zwischen mehr Geld oder Freizeit (Hamburg), einer Mindestvergütung von 12,50 €/Std. (u. a. in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg) sowie zur Verhinderung weiterer Tarifflucht eine Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge (u. a. in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen,  Hessen, Sachsen-Anhalt und Sachsen), zu der die Arbeitgeber aufgefordert werden, diese gemeinsam mit ver.di zu beantragen.

Die ersten Verhandlungen u. a. in Baden-Würtemberg (12.04. und 05.05), Hamburg (29.04.), Nordrhein-Westfalen (30.04.), Sachsen-Anhalt (03.05.) und Bayern (10.05.) endeten jeweils ohne ein Ergebnis.
In der 2. Verhandlungsrunde in Nordrhein-Westfalen am 26. Mai legten die Arbeitgeber ein erstes Angebot vor: 2 Nullmonate, 150 € Einmalzahlung im Juli 2021 (für wirtschaftlich gesunde Unternehmen), 150 € Einmalzahlung im Januar 2022, 1,5 % Erhöhung ab Juli 2022 (Möglichkeit zur Verschiebung um max. 6 Monate für Unternehmen, die im Zeitraum Januar 2021 - Juni 2022 für mind. 3 Monate Kurzarbeitergeld, Überbrückungshilfen oder sonstige staatliche Unterstützungsleistungen erhalten haben). ver.di hat das Angebot als indiskutabel zurückgewiesen. Ein gleichlautendes Angebot legten die Arbeitgeber auch einen Tag später am 27. Mai bei den Verhandlungen in Thüringen sowie Berlin/Brandenburg vor.
Bei den Verhandlungen am 4. Juni für die Beschäftigten in Hamburg präsentierten die Arbeitgeber ein erstes überarbeitetes Angebot. Dieses sieht nach 2 Nullmonaten eine Einmalzahlung von 150 € im Juli 2021 und zwei Erhöhungen von 1,5/1,0 % zum März/September 2022 vor, welche in wirtschaftlich starken Unternehmen um 6 Monate vorgezogen und in von der Pandemie betroffenen Unternehmen um 6 bzw. 4 Monate aufgeschoben werden können. Ähnliche Angebote legten die Arbeitgeber auch in weiteren Tarifgebieten vor.
In mehreren Bundesländern haben die Arbeitgeberverbände für Anfang Juli vereinbarte Verhandlungen abgesagt, so in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Gleichzeitig haben sie ihren Mitgliedsunternehmen empfohlen, auch ohne Tarifabschluss die Löhne zum 1. Dezember freiwillig um 2,0 % zu erhöhen. ver.di weist dies als einen Versuch einseitig die Löhne festlegen zu wollen zurück. Des Weiteren stellten Volumen und Zeitpunkt der Erhöhung eine Missachtung der Leistung der Beschäftigten dar.
Die regional geführten Verhandlungen werden bundesweit von zahlreichen Warnstreiks begleitet.

Für die etwa 21.000 nicht-ärztlichen Beschäftigten, die unter den Konzerntarifvertrag der HELIOS Kliniken GmbH fallen, hat die zuständige Tarifkommission von ver.di im Dezember 2020 folgende Forderungen beschlossen:

  • Erhöhung der Entgelte um 5,5 % mit einer sozialen Komponente, damit die unteren und mittleren Entgeltgruppen stärker angehoben werden,
  • Anhebung der Ausbildungsentgelte um 70 €,
  • Fortschreibung des Kinderbetreuungszuschusses,
  • Laufzeit von 12 Monaten.

Für die ostdeutschen HELIOS-Standorte fordert ver.di außerdem eine Absenkung der Wochenarbeitszeit auf die in Westdeutschland geltenden 38,5 Stunden. Darüber hinaus sollen alle Beschäftigten, die in die Pflegeentgelttabellen eingruppiert sind, auch eine Pflegezulage erhalten. Schließlich sollen Beschäftigte, die im Schichtdienst mit weniger Personal arbeiten, als im Dienstplan ausgewiesen wird, als Maßnahme des Gesundheitsschutzes einen zusätzlichen Freizeitausgleich erhalten.

Nachdem die erste Verhandlungsrunde am 19. 01. ergebnislos blieb hat der HELIOS-Konzern zur 2. Verhandlungsrunde am 25.02. folgendes Angebot vorgelegt:

  • nach 5 Nullmonaten sollen die Entgelte zum 01.06.21 um 1,0 %, ab 01.06.22 um weitere 1,4 % steigen,
  • die Ausbildungsvergütungen sollen um 25 € angehoben werden,
  • eine einmalige Corona-Sonderzahlung von 400 € (75 € für Auszubildende),
  • Angleichung der ostdeutschen Arbeitszeiten an das Westniveau zum 01.01.24,
  • Ausdehnung bei gleichzeitiger Kürzung der Pflegezulagen,
  • Laufzeit von 24 Monaten.

Die ver.di-Tarifkommission hat das Angebot als unzureichend zurückgewiesen.

Am 31.03. konnte ver.di einen Abschluss - vorbehaltlich der Zustimmung der Mitgliederbefragung -  erzielen: 

  • Entgelt:  400 € Corona Prämie für 2021, 1,4 % ab 01.04.21, 2,0c% ab 01.04.22, 0,4 % ab 01.11.22, Laufzeit 24 Monate bis 31.12.22.
  • Ausbildungsvergütungen: 100 € Corona-Prämie für 2021, schrittweise Anhebung um 70 €/Monat.
  • Arbeitszeit: Einen Corona-Entlastungstag in 2021, Absenkung der AZ Ost auf das Westniveau ab 01.01.23.
  • Sonstiges: Wiederinkraftsetzung der Pflegezulage von 100 - 300 €/ Monat, neue Pflegezulage von 150 €/Monat für die operations- und anästhesietechnischen Assistent:innen ab 01.01.22.

 

 

 

Mit der Forderung nach einer Erhöhung der Vergütungen um 4,5 % geht die IG Metall in die diesjährige Tarifrunde der Branche. Des Weiteren soll der Demografiefonds von 300 auf dann 750 Euro je Beschäftigten im Jahr augestockt werden. Hinzu kommen regionale Sonderforderungen. Die Tarifverhandlungen starten im September.

4,0 % und eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Mit diesen zentralen Forderungen geht die IG Metall in den regionalen Tarifgebieten des Kfz-Handwerks in die anstehende Tarifrunde. Die entsprechenden Tarifverträge sind zum 31. Mai gekündigt. Ergänzt werden die Forderungen um spezifische regionale Forderungen, wie z. B. die Wahloption zwischen mehr Geld oder mehr Freizeit in Niedersachsen, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt.

Der Auftakt der regionalen Verhandlungen erfolgte am 10. Mai in Hamburg, blieb ohne Ergebnis und wurde einen Monat später, am 10. Juni, fortgesetzt. Nach bundesweit zahlreichen Warnstreiks nach Ablauf der Friedenspflicht unterbreiteten die Arbeitgeber hier einen Strukturvorschlag für einen möglichen Abschluss: Corona-Prämie für 2021, Tabellenerhöhung in 2022, Laufzeit 24 Monate, erste Gespräche um Wandel von Geld in Zeit. Die nächste Verhandlung in Hamburg ist für den 1. Juli vorgesehen.

Im Tarifbezirk Bayern konnte am 17. Juni in der 2. Verhandlungsrunde ein Abschluss erziehlt werden: 500 € Corona-Prämie im August 2021, 2,2 % Erhöhung der Vergütungen ab Februar 2022, die Ausbildungsvergütungen werden um jeweils 30 € ab August 2021 und Februar 2022 steigen. Die Laufzeit beträgt 22 Monate, bis März 2023. Des Weiteren verständigten sich die Tarifvertragsparteien auf eine tarifliche Regelung zur Erstattung von Lehrmittelkosten und regelten ein Rückkehrrecht für Beschäftigte nach einer Weiterbildung (z. B. Meisterschule). Das Ergebnis wurde in seinen wesentlichen Punkten u. a. in den Tarifbezirken Baden-Württemberg (18.06.), Niedersachsen (22.06.), Sachsen-Anhalt (23.06.) sowie Berlin/Brandenburg und Sachsen (25.06.) übernommen.

Beschäftigung sichern, Zukunft gestalten, Einkommen stärken. Diese Forderung hat der IG Metall-Vorstand am 9. November 2020 für die weitere Diskussion in den Betrieben und Tarifkommissionen empfohlen. Am 17. November sind die regionalen Tarifkommissionen mit dem Beschluss des Forderungspaketes der Empfehlung gefolgt und am 26. hat der IG Metall-Vorstand abschließend die Forderungen bestätigt:

  • Beschäftigung sichern: Bestehende Tarifbestimmungen zur Beschäftigungssicherung sollen überarbeitet und verbessert/ergänzt werden. Hierzu zählen Modelle der Arbeitszeitabsenkung mit Teilentgeltausgleich, wie z. B. eine 4-Tage-Woche. Dadurch soll es Betrieben ermöglicht werden, den Strukturwandel zu bewältigen, ohne Beschäftigte entlassen zu müssen.
  • Zukunft gestalten: Die Vereinbarung tariflicher Rahmenbestimmungen sollen den Abschluss betrieblicher Zukunftstarifverträge ermöglichen, in denen konkrete Investitionen in den Standort geregelt werden. Dabei geht es um Investitionen in neue Produkte, Maschinen als auch in die Qualifizierung der Beschäftigten.
  • Einkommen stärken: Mit einem Volumen von bis zu 4 Prozent - welches auch für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung zur Verfügung steht, etwa einen Teilentgeltausgleich bei Arbeitszeitabsenkungen - und einer Laufzeit von 12 Monaten sollen Entgelte und Ausbildungsvergütungen gestärkt werden.

Weitere Themen in der Tarifrunde sind die Angleichung der Arbeitsbedingungen in den Tarifgebieten Ost sowie die Vereinbarung tariflicher Regelungen zur Verbesserung der Ausbildung und für dual Studierende wie auch die unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten.

Die erste Verhandlungsrunde mit dem Auftakt in den Tarifgebieten des Bezirks der Küste erfolgte zwischen dem 14. und 18. Dezember 2020 und blieb ohne Ergebnis, ebenso wie die zweite Verhandlungsrunde zwischen dem 18. und 28. Januar. Am 5. Februar unterbreiteten die Arbeitgeber in der 3. Verhandlung in Nordrhein-Westfalen einen ersten Vorschlag zur Lösung des Tarifkonflikts. Die Struktur des Angebots sieht neben einer Nullrunde für 2021 eine Einmalzahlung in der ersten Hälfte 2022 und eine Tabellenerhöhung in der zweiten Hälfte vor, bei einer Laufzeit bis in 2023 hinein. Des Weiteren beinhaltet der Vorschlag die Entwicklung optionaler tariflicher Instrumente zur Beschäftigungssicherung sowie zur Bewältigung des Strukturwandels. Das Angebot ist verknüpft mit der Forderung nach einer dauerhaften automatischen Differenzierung zur Kostenentlastung für Betriebe in der Krise. Ein analoges Angebot unterbreiteten die Arbeitgeber auch in den anderen Tarifgebieten, was von der IG Metall jeweils zurückgewiesen wurde. Auch die 4. Verhandlung in Nordrhein-Westfalen am 24.02. blieb ohne Fortschritt. Die Arbeitgeber ergänzten ihr Angebot aus der 3. Runde um die Möglichkeit einer tariflichen Leistung in 2021, sofern Unternehmen bei schlechter wirtschaftlicher Lage automatisch differenzieren könnten. Des Weiteren fordern sie eine Variabilisierung des 13. Monatseinkommens als betriebliches Optionsmodell. Die IG Metall weist das Angebot insgesamt zurück: zu wenig, zu unkonkret, zu langer Zeitraum, keine automatische Differenzierung. Mit dem Ende der Friedenspflicht am 1. März veranstaltete die IG Metall einen Tarifauftakt-Livestream, der von rund 80.000 Zuschauern verfolgt wurde; die ersten Warnstreiks in der Tarifrunde starteten ab den 2. März. Die Verhandlungen in Nordrhein-Westfalen wurden am 15. März in der 5. Verhandlungsrunde fortgesetzt, die, wenngleich die Tarifparteien in einigen Punkten eine Annährung erreichen konnten, ebenfalls ohne Einigung endete. Die 6. Verhandlung in Nordrhein-Westfalen am 25. März brachte zwar noch keinen Durchbruch, es konnten aber lt. IG Metall bei den Themen Beschäftigungssicherung und Zukunftstarifverträge durchaus weitere qualitative Annäherungen erreicht werden. Um Beschäftigungssicherung durch Arbeitszeitverkürzung mit Teilentgeltausgleich finanzieren zu können, müssten die Arbeitgeber aber noch deutlich nachlegen. Das gilt ebenso für das materielle Angebot, das die IG Metall als noch völlig unzureichend bezeichnet und für die Beschäftigten einen Reallohnverlust bedeuten würde.

Nach einer Bewertung des aktuellen Verhandlungsstands in der Tarifkommission und mit dem Vorstand der IG Metall, wurde in Nordrhein-Westfalen ein weiterer Versuch zur Lösung des Tarifkonfliktes unternommen, in dem in der 7. Verhandlungsrunde vom 29. auf den 30.03. ein Pilot-Abschluss erreicht werden konnte. Dieser sieht bei einer Laufzeit von 21 Monaten bis zum 30. September 2022 u. a. eine Corona-Beihilfe von 500 € (zahlbar Juni 2021) und ein Transformationsgeld in Höhe von 18,4 % eines Monatsentgelts (zahlbar Februar 2022, 27,6 % ab Februar 2023) vor. Betriebe in der Krise erhalten bei Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen die Option, dass Transformationsgeld für bis zu 3 Jahre zur Sicherung von Arbeitsplätzen in Freizeit umzuwandeln. Zusammen mit anderen Tarifelementen - wie das 2018 vereinbarte tarifliche Zusatzgeld - ist auch eine 4-Tage-Woche möglich. Des Weiteren konnte die IG Metall Rahmenregelungen für Zukunftstarifverträge in den Betrieben aushandeln sowie die Einbeziehung der dual Studierenden in die Tarifverträge. Das Ergebnis wurde in den wesentlichen Punkten in nahezu allen anderen Tarifgebieten übernommen.

Währenddessen gehen die Verhandlungen in Berlin/Brandenburg und Sachsen begleitet von einer Warnstreikwelle bis hin zu ganztägigen Warnstreiks weiter. Hier fordert die IG Metall zusätzlich ein tarifliches Angleichungsgeld, um die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen in Ost und West anzugleichen. Am 11. Mai (Sachsen) und am 19.05. (Berlin/Brandenburg) konnte auch in den beiden verbliebenen Tarifgebieten eine Übernahme des Pilotabschlusses aus Nordrhein-Westfalen erreicht werden. Darüber hinaus haben sich die Tarifvertragsparteien dazu verpflichtet, kurzfristig Verhandlungen aufzunehmen, um bis zum 30. Juni einen tariflichen Rahmen zu vereinbaren, der freiwillige Betriebsvereinbarungen zur Angleichung ermöglicht und dazu Kompensationsleistungen regelt. In den Verhandlungen am 25. Juni konnte dann auch in diesem Punkt eine Einigung erzielt werden. Diese ermöglicht im Rahmen einer Betriebsvereinbarung betriebliche Stufenpläne zur schrittweisen Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 35 Stunden wöchentlich bei unverändertem Monatsgrundentgelt. Sie regelt darüber hinaus u. a. auch mögliche Kompensationsleistungen und die Einbindung der Tarifvertragsparteien.

Weitere Informationen: Tarifrunde 2021 in der Metall- und Elektroindustrie (Beitrag im WSI-Blog)

Für die Tarifrunde 2021 hat der Hauptvorstand der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine tarifpolitische Empfehlung beschlossen, nach der die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen im Ernährungsgewerbe sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe um 3,5 - 5,5 % im Jahr 2021 steigen sollen, bei einer Laufzeit der Tarifverträge von zwölf Monaten. Die Tarifkommissionen können außerdem qualitative Tarifthemen - insbesondere beschäftigungssichernde Maßnahmen und Arbeitszeitgestaltung - in ihre Forderungen aufnehmen. Für die Auszubildenden fordert die NGG eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen vorrangig in Festbeträgen, die Zahlung eines monatlichen Fahrtkostenzuschusses für den Berufsschulbesuch sowie eine unbefristete Übernahme nach Ausbildungsabschluss.

Ver.di fordert für die Beschäftigten in der Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie 4,8 % mehr Lohn und Gehalt. Die aktuellen Tarifverträge laufen zum 31.01.21 aus. Die erste Verhandlungsrunde am 27.01. verlief ohne Einigung. Die Arbeitgeberseite hatte ein Angebot vorgelegt, das nach 8 Nullmonaten Erhöhungen von 1,1 und 1,0 % ab 01.10.21 bzw. 01.02.22 bei einer Laufzeit von 24 Monaten vorsah. Ver.di lehnte das Angebot als völlig unzureichend ab. Die 2. Verhandlungsrunde am 10.02.brachte kein verbessertes Arbeitgeberangebot. In der 3. Runde am 22. Februar boten die Arbeitgeber nach 5 Nullmonaten Erhöhungen von 1,1 und 1,3 % ab 01.07.21 bzw. 01.04.22 bei unveränderter Laufzeit an. Ver.di bezeichnete das Angebot erneut als unzureichend.

Die Arbeitgeberseite sagte die für den 26. und 31.03. vereinbarten Verhandlungen aufgrund der in einigen Betrieben noch laufenden Warnstreiks kurzfristig ab. Ver.di weist die Arbeitgeberforderung, während der Verhandlungen nicht zu streiken, scharf zurück.

Am 25.04. konnte ver.di vorbehaltlich einer  Erklärungsfrist bis zum 14.05. einen Abschluss erzielen. Danach steigen die Löhne und Gehälter nach 3  Nullmonaten (Februar - April) um 1,5 % ab 01.05.21 und um weitere 2,4 % ab 01.05.22 mit einer Laufzeit von 24 Monaten bis zum 31.01.23.

Seit dem 05.03 waren rund 6.000 Beschäftigte aus 68 Betrieben an Warnstreiks beteiligt.

Für die diesjährigen Tarifverhandlungen bei den Postdiensten, Speditionen und Logistik hat der ver.di-Bundesfachbereichsvorstand eine Forderung zur Erhöhung der Löhne und Gehälter im Volumen von 5,0 - 6,0 % bei einer Laufzeit von 12 Monaten empfohlen.

Der Vorstand der IG Metall hat am 26. November beschlossen, eine Anhebung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen für die Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie um 4,0 %, mindestens jedoch 100 Euro bei Löhnen und Gehältern, ab 1. Februar 2021 zu fordern. Die Laufzeit soll 12 Monate betragen. Der Ende Januar 2021 auslaufende Tarifvertrag zur Altersteilzeit soll unter verbesserten Konditionen fortgeführt werden. Außerdem sollen Gespräche mit dem Arbeitgeberverband über Instrumente zur Beschäftigungssicherung, zur Verbesserung des Tarifvertrages zur Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie über Vorteilsregelungen für Gewerkschaftsmitglieder geführt werden. Die ersten beiden Verhandlungsrunden am 8. Dezember 2020 und am 20. Januar blieben ohne Ergebnis. Die 3. Runde am 29. Januar wurde ergebnislos abgebrochen. Ein letztes Angebot der Arbeitgeberseite sah u. a. Erhöhungen von 1,1 und 1,2 % ab 1. April bzw. 1. Dezember 2022 bei einer Laufzeit von 26 Monaten bis 31. März 2023 vor.

Am 15. Februar konnte in der 4. Verhandlungsrunde ein Abschluss erzielt werden. Er sieht die Zahlung einer Corona-Beihilfe von 325 € sowie Erhöhungen der Entgelte um 1,3 % ab 1. Februar 2022 bzw. 1,4 % ab 1. Oktober 2022 vor. Die Laufzeit beträgt 25 Monate und endet am 28. Februar 2023. Außerdem wird das Urlaubsgeld ab 2022 um 2,0 % erhöht, die Altersteilzeitregelung mit erhöhten Zuzahlungsbeträgen ebenfalls bis 28. Februar 2023 verlängert sowie der TV zur Förderung der Aus-, Fort- und Weiterbildung mit erhöhtem Bildungsbeitrag des Arbeitgebers fortgeschrieben.

Die Tarifkommission bei VW hat am 17.11. die Forderungen für die Tarifrunde 2021 beschlossen, die am 26. November durch den IG Metall-Vorstand bestätigt wurden:

  • 4 % mehr Entgelt für 12 Monate
  • Verbesserung der tariflichen Freistellungszeit (T-ZUV) durch mehr freie Tage mit Ausweitung auf alle IG Metall-Mitglieder
  • Festschreibung von jährlich 1.400 Ausbildungsplätzen bis Ende 2030 sowie eine Gesprächsverpflichtung zu Themen Ausbildung und dual Studierende.

Die Verhandlungen am 13. und 29. Januar endeten jew. ohne Ergebnis. Die Tarifparteien verständigten sich darauf vor der 3. Runde, Inhalte zu den Themen „Freistellungsregelungen“ und „Ausbildung“ in kleinen Expertengruppen zu vertiefen. Am Anfang der 3. Verhandlungsrunde am 23. Februar standen die Berichte aus eben diesen Expertengruppen, in denen jedoch keine Fortschritte erreicht werden konnten. Bei der Forderung nach der Beibehaltung von 1.400 Ausbildungsplätzen jährlich brachte VW lt. IG Metall eine Kopplung der Ausbildungsplätze an veränderte Beschäftigtenzahlen ins Gespräch. Eine Beibehaltung der 1.400 Ausbildungsplätze sei allenfalls in Verbindung mit einer flexibleren Gestaltung der Ausbildung darstellbar. Das Fazit der IG Metall aus der 3. Runde lautet: "Keine Bereitschaft bei den Freistellungstagen. Keine Lösung in Sicht bei der Frage der Ausbildungsplätze und kein Angebot beim Entgelt." Die Basis für weitere Verhandlungen fehle. Ein weiterer Verhandlungstermin wurde zunächst nicht vereinbart. Mit Beginn des 2. März starteten die ersten Warnstreikaktionen. In der 4. Verhandlungsrunde am 23.03. legten die Arbeitgeber ein erstes Angebot vor: 250 € Einmalzahlung im April 2021, 1,2 % Entgelterhöhung ab Juni 2022, bei einer Laufzeit von 30 Monaten. Zu den erhobenen Forderungen zur Verbesserung der tariflichen Freistellungszeit als auch zum Themenkomplex Ausbildung, gab es keinerlei Zusagen. Die IG Metall bezeichnet das Angebot als unzureichend und forderte massive Nachbesserungen.

Einen Durchbruch brachte dann die 5. Verhandlung vom 12. auf den 13. April. Der Abschluss sieht unter anderem eine Corona-Beihilfe von 1.000 Euro (Auszubildende/dual Studierende: 600 Euro), zahlbar im Juni 2021 sowie eine Erhöhung der Vergütungen um 2,3 % ab 01.01.22 vor. Die Laufzeit beträgt 23 Monate bis November 2022. Des Weiteren vereinbarten IG Metall und VW die Umwandlung der leistungsorientierten Vergütung  in eine neue feste tarifdynamische Zulage in Höhe von 150 Euro/Monat. Ferner können zukünftig alle Beschäftigten (mit Ausnahme der Auszubildenden und Dual Studierenden) einen Teil der 2018 vereinbarten Zusatzvergütung T-ZUV in drei freie Tage umwandeln (für besonders belastete Beschäftigte verbleibt es bei der alten Regelung). Auch ist es gelungen die Verpflichtung jährlich 1.400 Ausbildungsplätze anzubieten, bis zum 31.12.2025 festzuschreiben und praxisintegrierte dual Studierende in den Geltungsbereich des Ausbildungstarifvertrags aufzunehmen.

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