Berlin, 25./26.11.2026: Herausforderungen an die Tarifpolitik
Stärkung der Tarifbindung: Auf der gemeinsamen Konferenz von WSI und DGB diskutieren Wissenschaftler*innen und Gewerkschafter*innen, wie ein gesellschaftliches Reformprogramm aussehen muss, damit die Tarifwende gelingt. Am Folgetag findet die jährliche Tariftagung des WSI statt, die sich den Herausforderungen an die Tarifpolitik unter den Bedingungen von Transformationskrise und Angriffen auf den Sozialstaat widmet.
Die Tariflöhne steigen 2026 nominal im Schnitt um 3,1 Prozent, real bleibt ein Plus von 0,7 Prozent. Aufgrund der Inflation bleibt es eine wichtige Aufgabe der Tarifpolitik, erneute Kaufkraftverluste bei den Beschäftigten zu verhindern.
2025/26 sind die tarifvertraglichen Ausbildungsvergütungen um 3,3 % gestiegen. Mittlerweile werden nur noch sehr in sehr wenigen Branchen im ersten Jahr laut Tarifvertrag weniger als 1.000 €/Monat gezahlt.
Nach dem Einbruch in den Krisenjahren stiegen die realen Tariflöhne in Europa 2025 das zweite Mal in Folge. Allerdings fiel der Zuwachs nur gering aus, sodass die Kaufkraft der Tariflöhne immer noch unterhalb des Niveaus von 2020 lag.
Angesichts des starken Rückgangs der Tarifbindung auch in NRW ist die Initiative für ein Tariftreuegesetz uneingeschränkt zu begrüßen. Allerdings fällt die konkrete Ausgestaltung deutlich hinter die Regelungen anderer Bundesländer zurück.
Weniger Streiks, weniger streikbedingte Ausfalltage: kurze Arbeitsniederlegungen überwiegen, unbefristete Flächenstreiks waren die Ausnahme. In mehr als jedem vierten Arbeitskampf ging es um die (erstmalige) Tarifbindung des Unternehmens.
Schulten, Thorsten / Syrovatka, Felix:Sackgasse Mitgliedschaft ohne Tarif – zur Erosion des Tarifvertragssystems
Quelle: wirtschaftsdienst.eu
OT-Mitgliedschaften, ursprünglich Notlösung zur Mitgliederbindung, werden zunehmend zum Regelfall. Die Arbeitgeberverbände manövrieren sich damit in ein Dilemma: Ohne ihre tarifpolitische Kernfunktion verlieren sie ihre gesellschaftliche Daseinsberechtigung.
Die EU hat die Mitgliedstaaten verpflichtet, sich um eine starke Tarifbindung zu kümmern, 18 von 27 müssen dafür konkrete Aktionspläne vorlegen. Mit der Umsetzung hapert es in den meisten Staaten. Das gilt insbesondere auch für Deutschland.
Die Debatte über Streiks ist voll von Mythen und teilweise bewusst gestreuten Falschinformationen. Der Beitrag zeigt jedoch: Im europäischen Vergleich wird in Deutschland eher wenig und ohne große ökonomische Folgen gestreikt.
Höhere Mindestlöhne: in Deutschland, aber auch in den Nachbarländern. Die EU-Richtlinie hat zu einer dynamischen Entwicklung in weiten Teilen Europas beigetragen. Mit 13,90 Euro liegt Deutschland im westeuropäischen Mittelfeld.
Der Bericht des Tarifarchivs für das Jahr 2025 gibt einen Überblick über Tarifforderungen und -abschlüsse, Mindestlöhne, Arbeitszeit und die Entwicklung der Tarifbindung.
Ist ein Tarifvertrag abgeschlossen, interessiert meist vor allem, wie die Entgeltsteigerungen ausfallen. Relevant (und oft Streitpunkt unter den Tarifparteien) ist aber auch die Laufzeit – die sich tendenziell verlängert hat.
Gesetzliche Mindestlöhne gehören überall auf der Welt zu den selbstverständlichen Instrumenten bei der Regulierung des Arbeitsmarktes. Die Datenbank gibt einen Überblick über Entwicklung und Höhe des Mindestlohnes in 38 Ländern.
Der Lohn- und Gehaltscheck von Lohnspiegel.de bietet Infomationen zu den tatsächlich gezahlten Löhnen und Gehältern in über 500 Berufen. Vergleichen Sie in wenigen Schritten Ihr Gehalt und erhalten Sie eine persönliche Auswertung!
Tarif-ABC für Einsteiger, Tarifglossar: 100 Begriffe von "Abschluss" bis "Zulage", Tarifpolitik und Industrielle Beziehungen, Gundlagen und Strukturen des Tarifsystems, Tarifrunden: Von der Forderung bis zum Abschluss
Quelle: WSI
Quelle: HBS
Videos, Infografiken und Unterrichtseinheiten
Was ist ein Tarifvertrag? Wie laufen Tarifverhandlungen ab? Warum wird gestreikt? Videos, Grafiken und für den Unterricht aufbereitete Texte geben einen gut verständlichen, kompakten Überblick.
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