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Ötsch, Silke / Lehweß-Litzmann, René : Ansätze und Aussichten einer sozial-ökologischen Transformation: Was verändert die Corona-Krise?

Ausgabe 06/2020


DOI: 10.5771/0342-300X-2020-6-418

Seiten 418-426

Zusammenfassung

Multiple Krisen bedrohen die Reproduktionsfähigkeit von Umwelt und Gesellschaft. Ob sie in Form einer synergetischen Lösungsstrategie bewältigt werden, als konkurrierende Anliegen oder überhaupt nicht, ist ebenso unklar wie die Wechselwirkungen zur Corona-Krise. In letzter Zeit wird vermehrt vorgeschlagen, die Krisen mit Hilfe von New Deal-Politiken zu bearbeiten, die für umfassende politische Reformen mit sorgendem Anspruch stehen. Der europäische Grüne Deal und der Green New Deal etwa unterscheiden sich aber hinsichtlich der Rolle marktförmiger Steuerung und des Wirtschaftswachstums. Der Beitrag diskutiert das Potenzial solcher Ansätze und ihre Zustimmungsfähigkeit aus Sicht einer Bevölkerung, die sich unter dem Eindruck der Corona-Pandemie mit existenziellen sozioökonomischen Risiken konfrontiert sieht. Erste Umfragen zeigen, dass gleichwohl auch jetzt eine Mehrheit die umweltbezogene Reformnotwendigkeit sieht. Ausschlaggebend für dieses Bewusstsein scheint weniger der Wohlstand als die Gewährleistung grundlegender Funktionen der Lebensführung. Dies unterstreicht die Sinnhaftigkeit einer Kombination von Ökologischem und Sozialem im Politikangebot und verweist auf die grundsätzliche Möglichkeit einer Gesellschaft, die ökologische Grenzen und soziale Standards respektiert.

Abstract

Multiple crises threaten the reproductive capacity of the environment and society. Whether these crises will be solved within the framework of a synergetic solution strategy, or as competing issues, or not at all, is just as unclear as their interactions with the Corona crisis. Recent propositions have been put forward to tackle the crises by way of New Deal policies, which stand for comprehensive political reforms with a caring ambition. However, initiatives such as the European Green Deal and the Green New Deal differ considerably, e. g. in the roles they attribute to coordination by markets and to economic growth. This article reviews the potential of these approaches and their acceptability from the perspective of a population facing existential socio-economic risks under the effects of the Corona pandemic. Recent surveys show that although the majority are aware of the general need for ecological reform, a decisive factor for this kind of consciousness seems to be not so much the level of prosperity, but the maintenance of the basic functioning of life. This underscores the relevance of politically combining ecological and social elements, and also indicates the possibility of a society that respects both ecological boundaries and social standards.

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