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WSI-Mitteilungen

Reuter, Norbert : Die Degrowth-Bewegung und die Gewerkschaften

Ausgabe 07/2014

WSI-Mitteilungen 7/2014, Seiten 555–559

Zusammenfassung

Wirtschaftliches Wachstum – hiermit ist in aller Regel das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gemeint – gilt gemeinhin als zentraler Auslöser globaler ökologischer Probleme. Wachstumskritik bildet daher einen Kernbestandteil der zivilgesellschaftlichen Degrowth- oder Postwachstums-Bewegung. Gewerkschaften gelten dabei nicht unbedingt als Mitakteure. Doch die Fokussierung allein auf die Schrumpfung des BIP greift zu kurz: Erstens ist das BIP ein denkbar schlechter Indikator, um Aussagen über Nachhaltigkeit und die sozial-ökologische Qualität der Entwicklung zu treffen. Zweitens sind Schrumpfung und Expansion notwendigerweise Kernbestandteile eines notwendigen Transformationsprozesses. Wohlstandssteigernde und -erhaltende Entwicklungen sollten dabei das Ziel sein. Voraussetzung hierfür ist ein demokratischer Prozess, der die Bedingungen einer solchen Entwicklung definiert. Statt der missverständlichen Bezeichnung Degrowth würde sich hierfür einstweilen der Begriff der sozialökologischen Transformation anbieten.

Abstract

Economic growth – usually referring to the growth of gross domestic product – is commonly seen as the main cause of global ecological problems. Hence, growth criticism forms a core component of the civil-society’s degrowth- or post-growth movement. In this context, labour unions are not necessarily seen as co-actors. However, the focus on GDP reduction alone falls short. First, the GDP is an inadequate indicator to reach conclusions about the sustainability and the socio-ecological quality of the development in question. Second, shrinking and expansion are core components of the necessary transformation process. In this context the main objective must be to encourage developments that increase and preserve wealth under sustainable conditions. A democratic process which defines the conditions for such a development is a prerequisite for achieving this objective. Instead of the ambiguous und probably misleading name “degrowth”, the term socio-ecological transformation seems to be more adequate, at least for the time being.

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