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WSI Verteilungsbericht 2019: Einkommensarmut

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In Westdeutschland lag die Armutsquote 1991 bei 11,4 %. Das bedeutet, dass 11,4 % der Haushalte in diesem Jahr ein verfügbares Einkommen von weniger als 60 % des Medianeinkommens hatten. Bis Ende der 1990er Jahre ging dieser Anteil leicht auf 10,9 % zurück. Zum Jahr 2008 stieg die Armutsquote stetig an und erreichte in diesem Jahr ein erstes Maximum von 15,3 %. In den Jahren bis 2010 ging die relative Armut wieder auf 14,1 % zurück und lag damit etwa wieder auf dem Niveau des Jahres 2005. Seitdem stieg die Armut im bundesdeutschen Westen stark und stetig und liegt zuletzt bei ihrem bisherigen Höchstwert von 17 %.

Im Osten lag die Armutsquote 1991 mit knapp 8 % deutlich unter dem westdeutschen Wert. Allerdings verlief der Anstieg hier deutlich steiler als im Westen und so überholte der Osten 2005 den Westen mit einem Spitzenwert von 15,2 %. Anders als im Westen des Lands sank die Armutsquote in den Jahren bis 2007 jedoch deutlich und lag dann bei 13,3 %. Seit 2012 steigen die Armutszahlen wieder an. Am aktuellen Rand sind in Ostdeutschland 16,7 % der Bevölkerung von Armut betroffen. Die Armutsquoten beider Landesteile nähern sich auf historisch hohem Niveau aneinander an.

Der Anteil der Haushalte, die in strenger Armut leben (Haushaltseinkommen unter 50 % des Medianeinkommens), entwickelte sich in beiden Landestielen parallel zur Quote der Haushalte, die ein Einkommen unterhalb der 60 %-Marke des Medianeinkommens erzielen. Auch hier zeigt sich im Zeitverlauf ein relativ konstanter Anstiegstrend.

Die Entwicklungen in Gesamtdeutschland verliefen nahezu parallel zu den westdeutschen. Dabei waren aus gesamtdeutscher Perspektive etwas weniger Personen arm als aus westdeutscher Sicht.

Weitere Erläuterungen

Armutsgrenze: Die Armutsgrenze liegt bei 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten. Die Schwelle für große Armut liegt bei 50 Prozent dieses Einkommens.

Armutsquote: Die Armutsquote ist der Anteil von Personen an der Bevölkerung in Privathaushalten, deren verfügbares Haushaltseinkommen unterhalb der 60 Prozent-Armutsgrenze liegt. Sehr arm ist, wessen Haushaltseinkommen unterhalb der 50 Prozent-Grenze liegt.

Medianeinkommen: Das mittlere Einkommen, auch Medianeinkommen genannt, ist der Wert, der genau in der Mitte liegt, wenn alle Einkommen aufsteigend geordnet werden.


Quellen

Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) (2019): Daten für die Jahre 1984-2017, Version 34, SOEP

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