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WSI GenderDatenPortal: Zeit: Teilzeitquoten nach Elternschaft und Alter des jüngsten Kindes 2024

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Grafiken, Analyse, Tabellen (pdf)

 

Im Jahr 2024 ist in Deutschland jede zweite realisiert erwerbstätige Frau in Teilzeit beschäftigt (50 Prozent), aber nur jeder neunte Mann (11 Prozent; vgl. Grafik 1).

Elternschaft hat für realisiert erwerbstätige Mütter und Väter dabei unterschiedliche Auswirkungen: Während die Teilzeitquote von Müttern (mit Kind/ern unter 18 Jahren) deutlich höher ausfällt als die von Frauen ohne Kind, sind Väter seltener in Teilzeit als Männer ohne Kind:

  • Vier von zehn realisiert erwerbstätigen Frauen ohne Kinder sind teilzeiterwerbstätig (41 Prozent) – im Vergleich zu sieben von zehn Müttern (68 Prozent).
  • Jeder achte realisiert erwerbstätige Mann ohne Kind ist in Teilzeit tätig (12 Prozent) – aber nur gut jeder zwölfte Vater (8 Prozent).

Je nach Alter des jüngsten Kindes fällt die Teilzeitquote der realisiert erwerbstätigen Mütter unterschiedlich hoch aus, während sich die Teilzeitquote der Väter kaum mit dem Kindesalter verändert:

  • Rund 75 Prozent der realisiert erwerbstätigen Mütter arbeiten Teilzeit, wenn ihr jüngstes Kind noch im Kindergarten- oder im Grundschulalter ist (d.h. jünger als 6 Jahre). Mit zunehmendem Alter des jüngsten Kindes sinkt die Teilzeitquote von Müttern leicht ab, verbleibt insgesamt aber auf einem hohen Niveau. Selbst wenn das jüngste Kind schon im Teenageralter ist (15–17 Jahre), sind noch sechs von zehn Müttern teilzeitbeschäftigt (58 Prozent).
  • Im Gegensatz dazu wirkt sich das Alter der Kinder kaum auf die ohnehin viel niedrigere Teilzeitquote von Vätern aus. Am höchsten liegt die Teilzeitquote bei realisiert erwerbstätigen Vätern, deren jüngstes Kind im Kindergartenalter ist (3-5 Jahre) (rund 9 Prozent).

Der Zeitvergleich für die Jahre 2005 und 2024 zeigt, dass die Teilzeitquoten der realisiert erwerbstätigen Frauen insgesamt leicht zugenommen haben (plus 4 Prozentpunkte) – allerdings gilt die Zunahme nicht für Mütter, sondern lediglich für Frauen ohne Kind. Auch die Teilzeitquoten von Männern sind zwischen 2005 und 2024 gestiegen, hier allerdings stärker für Väter als für Männer ohne Kind (vgl. Tabellen):

  • Mütter weisen in Deutschland sowohl 2005 als auch 2024 mit 68 Prozent eine identische Teilzeitquote auf. Dabei ging die Teilzeitquote für Mütter mit Kindern zwischen 6 und 14 Jahren zwischen 2005 und 2024 sogar um 3 bzw. 5 Prozentpunkte zurück, nur die von Müttern mit Kindern der anderen Altersgruppen nahm leicht zu.
  • Die Teilzeitquoten von Vätern in Deutschland haben sich dagegen zwischen 2005 und 2024 verdoppelt (von 4 auf 8 Prozentpunkte) und haben damit einen deutlicheren Anstieg erlebt als die von Männern ohne Kind. (1)

Die Teilzeitquoten der realisiert erwerbstätigen Frauen und Männer weisen zudem ein starkes West-Ost-Gefälle auf (vgl. Grafiken 2 und 3):

  • In Westdeutschland arbeiten rund drei von vier realisiert erwerbstätigen Müttern in Teilzeit (73 Prozent). Die Teilzeitquote von Frauen ohne (minderjährige) Kinder ist dagegen nur etwa halb so hoch (42 Prozent).
  • In Ostdeutschland ist nur jede zweite realisiert erwerbstätige Mutter teilzeitbeschäftigt (50 Prozent), genauso wie jede dritte Frau ohne Kinder (37 Prozent).
  • Für Männer zeigt sich im Ost-West-Vergleich (egal ob mit oder ohne Kind): Ihre Teilzeitquote fällt in Ostdeutschland etwas höher aus als in Westdeutschland.

Elternschaft wirkt sich damit für Frauen in Westdeutschland deutlich stärker auf den Arbeitszeitumfang aus als für Frauen in Ostdeutschland. (2)

Ursächlich für den hohen Anteil an Teilzeitarbeit unter realisiert erwerbstätigen Frauen (und vor allem: unter Müttern) ist die nach wie vor ausgeprägte geschlechterspezifische Arbeitsteilung in Mann-Frau-Paarhaushalten. Insbesondere wenn Kinder mit im Haushalt leben (oder umfangreiche Pflegeverantwortung übernommen wird) übernehmen Frauen den Großteil der unbezahlten familiären Betreuungstätigkeiten und stehen dem Arbeitsmarkt daher nur zeitlich begrenzter als Männer zur Verfügung. (3)

Auch institutionelle Rahmenbedingungen wie geringfügige Beschäftigung, die beitragsfreie Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung oder das Ehegattensplitting geben zudem finanzielle Anreize für eine Teilzeitarbeit von Frauen. Daher ist das sog. „Zuverdienermodell“, in welchem der Vater in Vollzeit und die Mutter in Teilzeit arbeitet (oder sogar nur geringfügig beschäftigt ist), die am weitesten verbreitete Erwerbskonstellation in Paarhaushalten mit Kindern in Deutschland. (4)

Wochenstunden in der Teilzeitarbeit: Im Jahr 2023 arbeiten teilzeitbeschäftigte Frauen (22,5 Std./Woche) im Durchschnitt etwas länger als teilzeitbeschäftigte Männer (21,4 Std./Woche). Insgesamt lässt sich für Teilzeitarbeit feststellen, dass kurze Teilzeitformen (mit bis zu 20 Wochenstunden) seit 2012 etwas zurückgegangen sind, während Teilzeitformen zwischen 21 und 34 Std./Woche zugenommen haben. Dies gilt besonders deutlich für die Teilzeitarbeit zwischen 30 und 34 Wochenstunden – und zwar bei sowohl bei Frauen wie Männern. (5) (6)

Die grundsätzliche Entscheidung von Eltern für Teilzeitarbeit (insbesondere die von Müttern), genauso wie ihre exakte Wochenstundenzahl in der Teilzeitarbeit, wird u.a. durch das zur Verfügung stehende institutionelle Kinderbetreuungsangebot vor Ort beeinflusst. Mehr als drei Viertel aller Eltern in Deutschland wünschen sich im Jahr 2024 einen Betreuungsplatz für ihr Kind innerhalb einer außerunterrichtlichen Bildungs- und Betreuungseinrichtung. Nach wie vor übersteigt der elterliche Bedarf jedoch die Zahl der angebotenen Betreuungsplätze. (7) (8)

Weitere Informationen (Definitionen wichtiger Begriffe und methodische Anmerkungen zur Datengrundlage) sind in den PDF-Dateien enthalten, die zum Download bereitstehen.

Bearbeitung: Svenja Pfahl, Eugen Unrau, Anika Lindhorn


Literatur

BMFSFJ (2025): Kindertagesbetreuung Kompakt. Ausbaustand und Bedarf 2024, letzter Zugriff: 24.04.2026.

BMFSFJ (2022): Familienleben und Familienpolitik in Ost- und Westdeutschland. Monitor Familienforschung, Beiträge aus Forschung, Statistik und Familienpolitik Ausgabe 44. Berlin, letzter Zugriff: 24.04.2026.

BMFSFJ (2020): (Existenzsichernde) Erwerbstätigkeit von Müttern. Konzepte, Entwicklungen und Perspektiven. Monitor Familienforschung. Beiträge aus Forschung, Statistik und Familienpolitik Ausgabe 41. Berlin, letzter Zugriff: 24.04.2026.

Gambaro, Ludovica/Gehlen, Annica/Spieß, C. Katharina et al. (2024): Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit bei Eltern: Wunsch und Wirklichkeit liegen teils weit auseinander. DIW Wochenbericht Nr. 29/2024. Berlin: DIW, letzter Zugriff: 24.04.2026.

Hüsken, Katrin/Krieg, Anja/Kuger, Susanne (2025): Elterliche Bedarfe an und Zugang zu außerunterrichtlichen Bildungs- und Betreuungsangeboten für Grundschulkinder. DJI-Kinderbetreuungsreport 2025. München: DJI, letzter Zugriff: 24.04.2026.

Kümmerling, Angelika (2025): Individuell weniger, aber in der Summe mehr: Die Entwicklung der Erwerbsarbeitszeiten in Deutschland. Der IAQ-Arbeitszeitmonitor 2025. IAQ-Report Nr. 10/2025. Universität Duisburg-Essen, letzter Zugriff: 24.04.2026.

Lott, Yvonne (2024): Alles beim Alten: Der Gender Care Gap in der Erwerbsbevölkerung, WSI Policy Brief Nr. 83, 09/2024. Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, letzter Zugriff: 24.04.2026.

Pfahl, Svenja/Unrau, Eugen (2024): Gründe für Teilzeittätigkeit nach Elternschaft 2022. In: WSI GenderDatenPortal.

Pfahl, Svenja/Unrau, Eugen/Lindhorn, Anika (2026): Erwerbskonstellationen in Paarhaushalten 2024. In: WSI GenderDatenPortal.

Pfahl, Svenja/Unrau, Eugen/Lindhorn, Anika (2025a): Betreuungsquoten von Kindern unter drei Jahren nach Alter 2010-2024. In: WSI GenderDatenPortal.

Pfahl, Svenja/Unrau, Eugen/Lindhorn, Anika (2025b): Ganztagsbetreuung von Kleinkindern nach Alter und Region 2007-2024. In: WSI GenderDatenPortal.

Pfahl, Svenja/Unrau, Eugen/Lindhorn, Anika (2025c): Abhängig beschäftigte Frauen nach Arbeitszeitgruppen 1999–2024. In: WSI GenderDatenPortal.

Pfahl, Svenja/Unrau, Eugen/Lindhorn, Anika (2025d): Teilzeitquoten der abhängig Beschäftigten 1999–2024. In: WSI GenderDatenPortal.

Statistisches Bundesamt (2026): Mikrozensus. Qualitätsbericht 2024, letzter Zugriff: 24.04.2026.

Statistisches Bundesamt (2023): Mikrozensus 2022. Qualitätsbericht, letzter Zugriff: 24.04.2026.

Statistisches Bundesamt (2022a): Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Haushalte und Familien. Ergebnisse des Mikrozensus 2020 (Endergebnisse), Fachserie 1 Reihe 3, letzter Zugriff: 24.04.2026.

Statistisches Bundesamt (2022b): Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Erwerbsbeteiligung der Bevölkerung. Ergebnisse des Mikrozensus zum Arbeitsmarkt 2020 (Endgültige Ergebnisse), Fachserie 1 Reihe 4.1, letzter Zugriff: 24.04.2026.

Statistisches Bundesamt (2020a): Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Haushalte und Familien. Ergebnisse des Mikrozensus 2019. Fachserie 1 Reihe 3, letzter Zugriff: 24.04.2026.

Statistisches Bundesamt (2020b): Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Stand und Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland 2019. Fachserie 1 Reihe 4.1, letzter Zugriff: 24.04.2026.

 


(1) Wenn auch auf niedrigem Niveau, ist dies eine beachtliche Veränderung im Arbeitszeitverhalten von Vätern und kann als Hinweis auf eine sich langsam verändernde Aufteilung von Sorgearbeit gedeutet werden, vgl. dazu auch: Kümmerling, Angelika (2025): Individuell weniger, aber in der Summe mehr. IAQ-Arbeitszeitmonitor 2025. Universität Duisburg-Essen, S. 12.

(2) Regionale Unterschiede zwischen Frauen in West- und Ostdeutschland werden auch auf das nachwirkende Frauenbild aus DDR-Zeiten zurückgeführt. Erklärtes Ziel von Frauen-/Familienpolitiken in der DDR war die vollständige Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt. Mutterschaft wurde deshalb in der Regel mit Vollzeittätigkeit kombiniert (vgl. BMFSFJ (2022): Familienleben und Familienpolitik in Ost- und Westdeutschland. Berlin, S. 11f.). Hinzu kommt eine bessere institutionelle Lage bei der Kleinkindbetreuung in Ostdeutschland, vgl. Pfahl, Svenja/Unrau, Eugen/Lindhorn, Anika (2025a): Betreuungsquoten von Kindern unter drei Jahren nach Alter 2010-2024 sowie Pfahl, Svenja/Unrau, Eugen/Lindhorn, Anika (2025b): Ganztagsbetreuung von Kleinkindern nach Alter und Region 2007-2024. Beides in: WSI GenderDatenportal.

(3) Zu den Gründen für Teilzeit bei Frauen und Männern vgl. Pfahl, Svenja/Unrau, Eugen (2024): Gründe für Teilzeittätigkeit nach Elternschaft 2022. In: WSI GenderDatenportal. Zum Zeitaufwand von erwerbstätigen Frauen und Männern vgl. Lott, Yvonne (2024): Alles beim Alten: Der Gender Care Gap in der Erwerbsbevölkerung. WSI Policy Brief Nr. 83, 09/2024. Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung.

(4) Vgl. Pfahl, Svenja/Unrau, Eugen/Lindhorn, Anika (2026): Erwerbskonstellationen in Paarhaushalten 2024. In: WSI GenderDatenPortal. Vgl. auch: Gambaro, Ludovica/Gehlen, Annica/Spieß, C. Katharina et al. (2024): Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit bei Eltern: Wunsch und Wirklichkeit liegen teils weit auseinander, DIW Wochenbericht Nr. 29/2024. Berlin: DIW, S. 461.

(5) Vgl. Kümmerling, Angelika (2025): Individuell weniger, aber in der Summe mehr. Der IAQ-Arbeitszeitmonitor 2025. Universität Duisburg-Essen, S. 7f.

(6) Vgl. Pfahl, Svenja/Unrau, Eugen/Lindhorn, Anika (2025c): Abhängig beschäftigte Frauen nach Arbeitszeitgruppen 1999–2024. In: WSI GenderDatenPortal.

(7) Vgl. Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2025): Kindertagesbetreuung Kompakt. Ausbaustand und Bedarf 2024, S. 21f.

(8) Vgl. Hüsken, Katrin/Krieg, Anja/Kuger, Susanne (2025): Elterliche Bedarfe an und Zugang zu außerunterrichtlichen Bildungs- und Betreuungsangeboten für Grundschulkinder, S. 8.

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