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Foto: Cover der WSI-Mitteilungen WSI-Mitteilungen

Lütten, John / Zazai, Marwaa : Das Ende der billigen Arbeitskraft? Unternehmerische Strategien gegen Arbeitskräftemangel in der Fleischindustrie

Ausgabe 05/2026

DOI: 10.5771/0342-300X-2026-5-405

Seiten 405-413

Zusammenfassung

Der Artikel zeichnet die Entwicklung von Arbeit und Produktion in der deutschen Fleischindustrie nach und stellt die historisch gewachsene Abhängigkeit der Branche von billiger Arbeitskraft aus Osteuropa heraus. Dabei spielt Rumänien als Herkunftsland für Arbeitskräfte eine besonders wichtige Rolle. Daran anschließend behandelt der Artikel den Fach- und Arbeitskräftemangel der Branche, wie er etwa in Branchenmedien beschrieben wird. Es wird erwartet, dass der Zugriff auf osteuropäische Arbeitsmärkte in Zukunft schwieriger werden könnte – was deutsche Fleischunternehmen vor große Herausforderungen stellen würde. Auf Basis von Interviews mit Vertretern von 30 deutschen Fleischunternehmen identifiziert der Artikel drei zentrale unternehmerische Strategien zum Umgang mit Arbeitskräftemangel: verstärkte Automatisierung, personalpolitische Zugeständnisse und die Anwerbung von Arbeitskräften in neuen Ländern jenseits der EU-Peripherie. Diese Strategien stellen eine Heuristik dar und werden hinsichtlich ihres Umfangs und ihrer Bedeutung diskutiert. Insgesamt zeigt sich, dass die Branche die Orientierung auf billige Arbeitskraft nicht aufgibt, sondern vielmehr beibehalten und anpassen will. Ob dies gelingt, scheint zum jetzigen Zeitpunkt jedoch keineswegs klar.

Schlagworte: Arbeitsbedingungen, Arbeitsmarkt, Arbeitsvermittlung, Migration, Fleischindustrie

Abstract

This article traces the development of labour and production in the German meat industry and highlights the sector’s dependence on cheap labour from Eastern Europe, which has grown over time. Romania plays a particularly important role as a source country for recruitment. The article then describes the shortage of skilled workers and labour in the industry, as reported in industry media. Access to Eastern European labour markets is expected to become more difficult in the future, which could pose major challenges to German meat companies. Based on interviews with representatives of 30 German meat companies, the article identifies three key corporate strategies for dealing with labour shortages: increased automation, concessions in human resources policy, and recruitment in new countries beyond the EU periphery. These strategies represent a heuristic and are discussed in terms of their scope and significance. Overall, it becomes apparent that the industry is not abandoning the model of cheap labour but rather intends to maintain and adapt it. However, it is by no means clear at this time whether this will succeed.

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