Tarifrunde 2026: Aktueller Überblick
Die DGB-Gewerkschaften verhandeln 2026 neue Vergütungstarifverträge für zehn Millionen Beschäftigte. Mehr zu den Verhandlungen in den einzelnen Bereichen auf dieser Seite.
Insgesamt verhandeln die DGB-Gewerkschaften im Jahr 2026 für zehn Millionen Beschäftigte neue Vergütungstarifverträge. Wann in welchem Bereich verhandelt wird, zeigt der tarifliche Kündigungsterminkalender des WSI. Alle Forderungen und Abschlüsse der Tarifrunde 2026 für wichtige Branchen hier auf einen Blick (pdf).
Am 03.11.25 hat der Hauptvorstand der IG BCE eine Forderungsempfehlung für die anstehende Tarifrunde beschlossen. Diese sieht eine unbezifferte Erhöhung der Einkommen der Tarifbeschäftigten zur Stärkung der Kaufkraft sowie Maßnahmen zur Sicherung der Beschäftigung vor. Die IG BCE-Bundestarifkommission hat diese Empfehlung mit ihrem Forderungsbeschluss vom 16.12.25 übernommen. Die Laufzeit der derzeit gültigen Vergütungstarifverträge endet am 28.02.
Die regionalen Tarifverhandlungen begannen am 14.01. im Tarifgebiet Nordrhein und endeten am 23.01. im Saarland. In allen neun Tarifregionen blieben die Gespräche ohne Ergebnis. Vor diesem Hintergrund übertrugen die Regionen die weitere Verhandlungsführung an die Bundesebene. Die 1. bundesweite Verhandlungsrunde ist für den 03. und 04.02. terminiert.
Die ver.di-Tarifkommission hat am 22.10.2025 auf Basis einer Beschäftigtenbefragung die Forderungen für die Beschäftigten der Energiewirtschaft NRW (GWE-Bereich) beschlossen. Erhöhung der Entgelte um 6,1 %, der Ausbildungsvergütungen in allen Ausbildungsjahren um 80 €/Monat, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Der aktuelle Vergütungstarifvertrag läuft Ende Dezember 2025 aus.
Zum Verhandlungsauftakt am 16.12.2025 legte die Arbeitgeberseite ein 1. Angebot vor: 2,4 % für 15 Monate und weitere 1,9 % für 12 Monate. Ver.di lehnte dies als unzureichend ab. Die nächsten Verhandlungstermine sind der 16. und 30.1.2026.
Bisherige Berichterstattung unter Tarifrunde 2025 - Aktueller Überblick
Seit Anfang Januar haben sich bundesweit zahlreiche Beschäftigte an Aktionen und Warnstreiks beteiligt.
Vorbehaltlich einer Erklärungsfrist bis zum 06.02. konnte in der 3. Tarifverhandlung in Baden-Württemberg am 19.01. ein erster Abschluss erzielt werden: Nach 7 Nullmonaten (November 2025 bis Mai 2026) erhöhen sich die Löhne und Gehälter ab 01.06.26 um 2,0 %, gefolgt von einer weiteren Erhöhung ab dem 01.07.27 um 2,2 %. Die Laufzeit endet nach 27 Monaten am 31. Januar 2028. Ebenso erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro, die zum 01.04.26 ausgezahlt wird. Betriebe in nachweislichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten können die Auszahlung der Einmalzahlung bis auf spätestens Anfang 2027 verschieben. Die Auszubildenden erhalten eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung in zwei Stufen um jeweils 30 Euro sowie eine Einmalzahlung von 150 Euro.
In Bayern, Niedersachsen/Bremen, Rheinland-Pfalz und Sachsen wurden ebenfalls Abschlüsse mit kleinen regionalen Abweichungen erzielt. U. a. erhalten die unteren Entgeltgruppen in Bayern eine weitere Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro zum 01.10.26 und in Niedersachsen/Bremen erhalten Gewerkschaftsmitglieder einen Bonus in Höhe von 300 Euro.
In den übrigen Regionen gehen die Verhandlungen weiter (u.a. für Hamburg am 05.02. und für Sachsen-Anhalt am 12.02.).
Öffentlicher Dienst Länder (ohne Hessen)
Bisherige Berichterstattung unter Tarifrunde 2025 - Aktueller Überblick
In der Woche vor der 2. Verhandlungsrunde am 15./16.1. hatten sich in mehreren Bundesländern Tausende Beschäftigte an Warnstreiks und Protesten beteiligt. Die Arbeitgeber legten kein verbindliches Angebot vor. Laut ver.di zeichne sich zu keiner zentralen Forderung eine Einigung ab. Die TdL strebe offenbar einen Abschluss an, der niedriger als das Ergebnis für den öffentlichen Dienst von Bund und Gemeinden sei. Bei der Übernahme Ausgebildeter gebe es keine Verbesserungen und einen Tarifschutz für die rund 300.000 studentisch Beschäftigten lehne die Arbeitgeberseite ab. Dieser Verhandlungsstand sei ungenügend. In den kommenden Tagen und Wochen will ver.di die Warnstreiks ausweiten. Die 3. Tarifrunde findet vom 11. - 13.2. statt.