Bosch, Gerhard / Hüttenhoff, Frederic : Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Reformen zur besseren Durchsetzung von Mindestarbeitsbedingungen
DOI: 10.5771/0342-300X-2026-5-414
Seiten 414-422
Zusammenfassung
Durch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns und weiterer Gesetze wie des GSA Fleisch haben sich die Aufgaben der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) vervielfältigt. Gleichzeitig sind Gesetzesverstöße in einigen Branchen mit intransparenten Subunternehmerketten und der Herausbildung oft grenzüberschreitender krimineller Strukturen „systemisch“ geworden. Die alten reaktiven Kontrollstrategien laufen zunehmend ins Leere. Die FKS muss mit der Professionalisierung krimineller Akteure und ihrer neuen Strategien Schritt halten. In diesem Beitrag werden der schrittweise Übergang der FKS von reaktiven zu risiko-orientierten Prüfungen mit einem stärkeren Fokus auf organisierte Formen der Schwarzarbeit und der Kriminalität und die damit einhergehenden organisatorischen und personellen Veränderungen untersucht. Zum Abschluss werden bereits eingeleitete Reformperspektiven erläutert und eigene darüber hinausgehende Reformvorschläge formuliert.
Schlagworte: Arbeitsbedingungen, Löhne/Mindestlohn, Prekarität, Arbeitsrecht, Schattenwirtschaft
Abstract
The introduction of the statutory minimum wage and other laws such as the German Meat Industry Act (GSA Fleisch)) has multiplied the tasks of the Financial Control of Illegal Employment (FKS). At the same time, violations of the law have become “systemic” in some industries with non-transparent subcontractor chains and the emergence of frequent cross-border criminal structures. The old reactive control strategies are increasingly proving ineffective. The FKS must keep pace with the professionalisation of offenders and their new strategies. This article examines the gradual transition of the FKS from reactive to risk-oriented audits with a stronger focus on organised forms of illegal employment and crime, and the associated organisational and personnel-related changes. Finally, we explain prospective reforms that have already been initiated and formulate our own, more far-reaching reform proposals.