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Foto: Cover der WSI-Mitteilungen WSI-Mitteilungen

Horn, Laura / Huntley-Andersen, Marie : Grüne Wende im Schweinestaat? Dänische Gewerkschaften und die Modernisierung der Fleischindustrie

Ausgabe 05/2026

DOI: 10.5771/0342-300X-2026-5-431

Seiten 431-437

Zusammenfassung

Der Beitrag behandelt Spannungsverhältnisse in der sozial-ökologischen Transformation am Beispiel der dänischen Fleischindustrie. In Deutschland gilt Dänemark als klimapolitisches Vorbild: Das 2024 beschlossene Grüne Dreierbündnis „Grønne Trepart“ führt die weltweit erste CO2-Steuer auf landwirtschaftliche Emissionen ein, mit Beteiligung der Gewerkschaften. Doch die Widersprüche treten immer offener zutage: Während die Branche eine Verdoppelung der Schweineproduktion fordert, machte eine breite Mobilisierung die Zukunft der Schweinehaltung 2026 erstmals zum Wahlkampfthema. Die Diskussion beschäftigt sich mit diesen Spannungsverhältnissen, mit Fokus auf die Arbeitsbeziehungen in der Branche. Was bedeutet es für die Debatte zu Just Transition, wenn selbst unter optimalen Bedingungen keine transformative Politik entsteht? Der Beitrag argumentiert, dass der Platz am Verhandlungstisch allein wenig besagt: Entscheidend ist, was der grüne Korporatismus aus gewerkschaftlichen Forderungen macht.

Schlagworte: industrielle Beziehungen, Gewerkschaftsstrategie, Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Fleischindustrie

Abstract

This article analyses tensions in socio-ecological transformation in the case of the Danish pig-meat industry. In Germany, Denmark is celebrated as a climate policy model: The 2024 Green Tripartite Agreement introduced the world’s first CO₂ tax on agricultural emissions. Yet the contradictions are increasingly out in the open: While the industry calls for a doubling of pig production, a broad mobilisation made the future of pig farming a central issue in the 2026 “pig election”. The article examines these developments through the lens of industrial relations. What does it mean for debates on just transitions when even under optimal conditions (e. g. high union density, corporatist inclusion, broad political consensus) no transformative policy emerges? The article argues that in the Danish case, green corporatism turns union interest representation into democratic legitimation for the status quo.

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