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Arbeitsmarkt im Wandel: LEIHARBEIT

Die Leiharbeit steht aufgrund der unsicheren Beschäftigungsverhältnisse und der niedrigen Löhne (Seils/Emmler 2020) beständig in der Kritik. Nach einem deutlichen Rückgang in der Folge der Rezession in der Industrie waren in Deutschland Mitte 2019 rund 896 Tsd. oder 2,3 Prozent der Beschäftigten in der Leiharbeit tätig. Männer stellen mit 70,8 Prozent den Löwenanteil in dieser Beschäftigtengruppe.

Während die Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland nicht auffällig sind, bestehen beachtliche Unterschiede auf der Ebene der Arbeitsmarktregionen [1]. In den Arbeitsmarktregionen Husum, Bad Reichenhall und Garmisch-Partenkirchen sind nur 0,7 Prozent der Beschäftigten in der Leiharbeit tätig, in Gotha sind es hingegen 5,4 Prozent der Beschäftigten. Auch in den Arbeitsmarktregionen Dingolfing (4,5 Prozent) und Salzgitter (4,2 Prozent) gibt es einen hohen Anteil von Leiharbeitern unter den Beschäftigten. Da die Leiharbeit einen substantiellen Anteil der Beschäftigung in der der Lagerwirtschaft ausmacht, lassen sich die Unterschiede zwischen den in der Karte dargestellten Arbeitsmarktregionen teilweise auf die Bedeutung der Lagerwirtschaft für die regionale Ökonomie zurückführen (Seils/Emmler 2020).

Daten zur Leiharbeit für die 257 Arbeitsmarktregionen in der Bundesrepublik stehen zum Download zur Verfügung.

Download Daten (xlsx)
Download Karte (png, Print-Auflösung)

Literatur
Seils, E./Emmler, H. (2020): Leiharbeit im regionalen Vergleich (pdf). WSI Policy Brief 35, 01/2020, Düsseldorf
 


[1] Angaben zum Arbeitsort von Beschäftigten in der Leiharbeit sind wenig aussagekräftig, da es sich beim Arbeitsort um den Sitz des Verleih- und nicht den Sitz des Entleihbetriebes – also den tatsächlichen Arbeitsort handelt. Aus diesem Grund wird hier auf den Wohnort dieser Beschäftigten (Kreis) abgestellt. Die Kreisdaten sind in der Abbildung zu 257 Arbeitsmarktregionen zusammengefasst. Arbeitsmarktregionen sind eine vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung auf der Basis von Pendlerströmen geschaffene Raumabgrenzung. Soweit die Beschäftigten in der Arbeitsmarktregion ihres Wohnsitzes eingesetzt werden, entspricht die Arbeitsmarktregion dem tatsächlichen Arbeitsort.

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