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WSIM 2019 WSI-Mitteilungen

Gericke, Pierre-André / Schmid, Alfons : Berufliche Qualifikationsmismatches bei Beschäftigten

Ausgabe 06/2019

WSI-Mitteilungen 6/2019, Seiten 451-458

Zusammenfassung

Der Beitrag untersucht, welche Bedeutung Unterqualifikation und Überqualifikation in Deutschland haben, einerseits bezogen auf die Beschäftigten in einzelnen Berufen und anderseits auf die Gesamtheit aller Beschäftigten. Dafür werden die formalen Bildungs- und Ausbildungsabschlüsse der Beschäftigten mit den formalen Qualifikationsanforderungen ihres Arbeitsplatzes verglichen. Entgegen dem in der Literatur vorherrschenden Fokus auf die Überqualifizierung zeigt diese Untersuchung, dass in Deutschland die unterqualifizierte Beschäftigung, also ein Mangel an formalen Qualifikationen, welcher den Mismatch zwischen Qualifikations- und Anspruchsniveau des Arbeitsplatzes verursacht, insgesamt häufiger ist als die überqualifizierte. Nur ein Teil der bestehenden Theorien zu Qualifikationsmismatches bietet Ansätze zur Erklärung unterqualifizierter Beschäftigung. Zur Einordnung der hier vorgestellten empirischen Befunde können vor allem eine Betrachtung der Strukturen und Funktionsweisen relevanter Teilarbeitsmärkte sowie das Job-Assignment-Modell beitragen, ebenso die Institutionentheorie, deren Anwendung am Beispiel der Spezifität von Anforderungs- und Tätigkeitsprofilen illustriert wird.

Abstract

This article examines under-qualification and over-qualification within individual occupations as well as in aggregate employment in Germany. To measure qualification mismatches, the formal education of employees is compared with the educational requirements of their actual job. Contrary to the common focus on overqualification in the literature it is shown that in Germany under-qualified employees are more common. Concerning professional mismatches, the empirical results show considerable differences between various professions. Only some of the existing theories on qualification mismatches explain the number of underqualified employees and professional mismatches. The empirical results presented in this study can be best explained by using an approach that combines the concept of partial labour markets, the assignment model and an institutional economics perspective.

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