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Lübker, Malte : Europäischer Tarifbericht des WSI – 2019/2020: Tarifpolitik in Zeiten der Corona-Pandemie

Ausgabe 04/2020

Seiten 266-277

Zusammenfassung

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat sich auch das Umfeld der europäischen Tarifpolitik dramatisch gewandelt: Während sich 2019 bei den Löhnen der moderate Expansionskurs des Vorjahres fortsetzte, was wiederum die Binnennachfrage gestützt hat, steht die EU im laufenden Jahr vor einem beispiellosen Einbruch der Wirtschaft. Damit ist das Umfeld für Tariferhöhungen ungünstig, und der inhaltliche Schwerpunkt der Tarifpolitik verschiebt sich hin zu Beschäftigungssicherung und Einkommensstabilisierung. Der Europäische Tarifbericht des WSI 2019 /20 argumentiert, dass solche Vereinbarungen einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung der Erwartungen und damit zur Vermeidung einer Abwärtsspirale leisten können. Gleichzeitig sind durch die Erosion der Tarifbindung und die Dezentralisierung der Tarifverhandlungen in vielen Ländern jedoch die strukturellen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Krisenbewältigung deutlich schlechter als während der Krise von 2008 /09.

Abstract

The COVID-19 pandemic has dramatically altered the context for collective bargaining in Europe: while wages continued their moderate upward trajectory during 2019 and contributed to domestic demand, the economies of the European Union face an unprecedented contraction in the current year. This presents unfavourable conditions for increases in collectively agreed pay, and has led to a refocussing of collective bargaining agreements on securing employment and incomes. As the WSI European Collective Bargaining Report 2019 /20 argues, such agreements can contribute towards stabilising expectations and hence help avoiding a downward spiral. However, the decentralisation of collective bargaining and the erosion of coverage have undermined the governance capacity of collective bargaining systems in many European countries. Hence, they enter the current crisis with much weaker preconditions for successful crisis management than was the case in 2008 /09.

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