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WSI-Mitteilungen

Schmidt, Werner / Müller, Andrea : Leistungsentgelt in den Kommunen: Praxis einer umstrittenen Regelung

Ausgabe 02/2014

WSI-Mitteilungen 2/2014, Seiten 105-112

Zusammenfassung

Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) schuf in Deutschland erstmals die prinzipielle Möglichkeit zur Einführung von Leistungsentgelt für alle Tarifbeschäftigten des Bundes und der Kommunen. Voraussetzung für die Einführung vor Ort ist der Abschluss einer einvernehmlichen Dienstvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Personalrat, in welcher u.a. die Methode der Leistungsbewertung festgelegt wird. Da über diese grundlegende Vereinbarung hinaus zwischen den tarifpolitischen Akteuren kein tragfähiger Konsens über den Umgang mit der Tarifregelung bestanden hat, war nicht vorherzusehen, in welchem Umfang und mit welcher Ausgestaltung die Leistungsentgeltsysteme genutzt werden würden. Basierend auf umfangreichen Erhebungen identifiziert der Beitrag die Umsetzung von Leistungsentgelt in den Kommunen als heterogen und als insgesamt wenig erfolgreich. Viele aus der wissenschaftlichen Literatur bekannten und insoweit auch antizipierbaren Probleme haben sich in dem Umsetzungsprozess bestätigt. Während die intendierten Wirkungen schwach bleiben, treten auch nicht-intendierte, negative Effekte auf die Sozialbeziehungen unter Kolleginnen und Kollegen auf. Allerdings zeigt sich auch, dass mit Zielvereinbarungen kombinierte Leistungsentgeltsysteme der weiteren Variante, nämlich der sogenannten systematische Leistungsbewertung, deutlich überlegen sind.

Abstract

The collective agreement for the public service (TVöD) has made possible the introduction of performance-related pay for all public employees at the federal and the municipal level in Germany. A precondition for the introduction of PRP (performance-related pay) at the local level is a consensual agreement between the employer and staff council in which, among other things, the assessment method is stipulated. Due to the fact that there has been no sustainable consensus between unions and employer association about relevant implementation issues, it was not predictable to what extent and how PRP would be introduced locally. On the basis of comprehensive surveys this article characterizes the implementation of PRP in municipalities as being very heterogeneous and altogether not very successful. Many problems discussed in the scientific literature are confirmed. Whereas the intended effects are weak, there are also unintended negative consequences for social relations among colleagues. However, target agreements are markedly superior compared to the other assessment method provided by the collective agreement, namely the so-called systematic performance assessment.

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