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WSI Verteilungsbericht 2019: Theil-Index

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Der Theil-Index, der sensitiv auf Veränderungen am unteren Rand der Verteilung reagiert, stieg zu Beginn der 1990er Jahre im Westen Deutschlands zunächst leicht an, ging aber bis zum Ende des Jahrzehnts wieder auf das Ausgangsniveau zurück. Darauf folgte ein starker Anstieg von 0,107 im Jahr 1999 auf 0,171 im Jahr 2007. In diesem Jahr erreichte der Theil-Index in Westdeutschland seinen Höchststand. Nach einem neuerlichen Rückgang während der Wirtschaftskrise pendelt sich der Theil-Index am aktuellen Rand etwa bei 0,16 ein.

In Ostdeutschland lag der Theil-Index zu Beginn der betrachteten Zeitreihe mit 0,069 deutlich niedriger als im Westen des Landes. Auch im Osten ließ sich Anfang der 2000er Jahre ein deutlicher Anstieg beobachten, welcher allerdings schwächer ausfiel als im bundesdeutschen Westen. Während der Theil-Index dort um 0,07 Punkte anstieg, stieg er im Osten lediglich um 0,04 Punkte an. Aber der Theil-Index in Ostdeutschland stieg unter Schwankungen weiter, bis er schließlich im Jahr 2015 sein Maximum von 0,127 erreichte.

Weitere Erläuterungen

Theil-Index: Der Theil-Index beschreibt Einkommensanteile verschiedener Gruppen im Verhältnis zur Größe der Gruppen (also ihrem Bevölkerungsanteil). Er reagiert besonders sensitiv auf Umverteilungen von arm zu reich (ist also sensitiv bei Veränderungen am unteren Rand der Verteilung) und nimmt bei Gleichheit von Einkommens- und Bevölkerungsanteil den Wert 0 an (Conceicao/Ferreira 2000, S. 13).

Quellen

Conceicao, P./Ferreira, P. (2000): The Young Person's Guide to the Theil Index: Suggesting Intuitive Interpretations and Exploring Analytical Applications. University of Texas Inequality Project (UTIP), UTIP Working Paper Nr. 14

Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) (2019): Daten für die Jahre 1984-2017, Version 34, SOEP

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