zurück

WSI GenderDatenPortal: Erwerbsarbeit: Mengenmäßige Überforderung nach Arbeitszeitgruppen 2011/12

Frauen fühlen sich deutlich stärker als Männer durch das Arbeitspensum überfordert – das gilt unabhängig vom jeweiligen Arbeitszeitumfang. Während sich bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 35 bis 40 Stunden jede fünfte Frau überfordert fühlt, gilt dies in derselben Arbeitszeitgruppe nur für jeden siebten Mann.

Mit zunehmendem Arbeitszeitumfang steigt die Überforderung für Frauen wie Männer weiter an. Ab 45 Stunden pro Woche sind mehr als ein Drittel der Frauen und knapp ein Viertel der Männer von der Arbeitsmenge überfordert. Die niedrigsten Werte weisen hingegen einerseits teilzeitbeschäftigte Frauen mit einem Arbeitszeitumfang von bis zu 24 Stunden auf sowie andererseits Männer, die in normaler Vollzeit beschäftigt sind (35 bis 40 Stunde pro Woche).

Die Analyse zeigt große Unterschiede zwischen verschiedenen Berufsgruppen. Dabei geben in den meisten Berufsgruppen Frauen deutlich häufiger an, vom anfallenden Arbeitspensum überfordert zu werden. Das gilt insbesondere in Sozial-, Erziehungs- und Gesundheitsberufen. Für diese Berufsgruppen ist der Abstand zwischen Frauen und Männern mit neun beziehungsweise sechs Prozentpunkten besonders groß. Eine Diskrepanz, die sich möglicherweise durch die unterschiedlichen Tätigkeiten und/oder Positionen von Frauen und Männern innerhalb der Berufsgruppe erklären lässt, zugleich aber auch auf Forschungsbedarf verweist.

In Verkehrs-, technischen und Verwaltungsberufen sind insgesamt weniger Beschäftigte durch das Arbeitspensum überfordert. Zudem fallen die Angaben von Frauen und Männern hier ähnlicher aus. Nur in zwei Berufsgruppen sind Männer stärker von der anfallenden Arbeitsmenge überfordert als Frauen: Dies gilt für die sonstigen Fertigungsberufe/ Bergleute sowie die Warenkaufleute.

Bearbeitung: Svenja Pfahl, Dietmar Hobler, Sonja Weeber

Literatur

BAuA (2012): Stressreport Deutschland 2012. Dortmund/Berlin/Dresden.

Beermann, Beate / Brenscheidt, Frank / Siefer, Anke (2007): Unterschiede in den Arbeitsbedingungen und -belastungen von Frauen und Männern, in: Badura, Bernhard/Schröder, Helmut/Vetter, Christian (Hg.): Stressreport 2007. Berlin/Heidelberg, Seite 69-82.

BIBB/BAuA (2011/12): Erwerbstätigenbefragung, Fragebogen, Version Hauptbefragung. Bonn/Dortmund.

BIBB-FDZ (2013): BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012, Daten- und Methodenbericht. Bonn.

Fuchs, Tatjana (2010): Qualität der betrieblichen Arbeit, in: Projektgruppe GiB (Hg.): Geschlechterungleichheiten im Betrieb. Berlin, Seite 347-422.

Zugehörige Themen

Newsletter mit Ihren Themen

Bleiben Sie informiert: Neueste Forschungsergebnisse und Infos zu den Themen Mitbestimmung, Arbeit, Soziales, Wirtschaft. Unsere Newsletter können Sie jederzeit abbestellen.

Der Beitrag wurde zu Ihrerm Merkzettel hinzugefügt.

Merkzettel öffnen