Wer es kann, wer es möchte und wer es darf: Arbeiten Im Homeoffice
Der vorliegende Report widmet sich der Verbreitung von Homeoffice sowie dessen Zusammenhang mit verschiedenen Merkmalen der Arbeits- und Lebenssituation auf Grundlage der WSI-Erwerbspersonenbefragung. In den Daten zeigen sich zunächst Stagnation und Ausdifferenzierung der Homeofficequoten: Stagnation, weil sich die Homeofficeanteile in den letzten Jahren nur geringfügig verändert haben. Ausdifferenzierung, weil es seit 2023 weniger ausschließliche betriebliche und ausschließliche Homeofficetätigkeit gibt, dafür aber mehr hybride Formen.
Bei den betrachteten Merkmalen stechen hinsichtlich Umfangs und Entwicklung besonders das Qualifikationsniveau und die Region hervor: In den neuen Bundesländern arbeiten zwar weniger Menschen im Homeoffice, allerdings hat sich die Passung zwischen Wunsch und Wirklichkeit für die Menschen im Osten seit 2024 deutlich verbessert. Akademiker*innen hingegen sind in Sachen Homeoffice zwar in jeder Hinsicht privilegiert, allerdings arbeiten sie inzwischen, häufiger als noch im Jahr 2024, an zwei statt an drei Tagen zu Hause.
Die wenigsten Beschäftigten möchten ausschließlich zu Hause arbeiten: Häufig wünschen sie sich einfach etwas mehr an Homeoffice; während sie durchschnittlich etwas weniger als zwei Tage pro Woche im Homeoffice arbeiten, läge ihre Wunschvorstellung im Schnitt eher bei 2,5 Tagen. Den meisten Beschäftigten wäre also mit "nur" einem Homeoffice-Tag mehr pro Woche schon sehr geholfen.
Warum ist das wichtig? Weil eine fehlende Passung von Wunsch und Wirklichkeit weitreichende Begleiterscheinungen haben kann, und zwar nicht nur - wie stets diskutiert - für die Work-Life-Balance der Beschäftigten, sondern für ihre Arbeitsbelastung und ihre Gesundheit. Das gilt sogar dann, wenn mehr im Homeoffice gearbeitet wird als gewünscht, besonders aber, wenn aus Beschäftigtensicht zwei oder mehr Tage zu wenig im Homeoffice gearbeitet wird: Dann verdoppelt sich der Anteil der Menschen mit schlechter Gesundheit und der Anteil von Personen mit hoher Arbeitsbelastung verdreifacht sich sogar.
Quelle
Emmler, Helge (2026):
Arbeiten Im Homeoffice - Wer es kann, wer es möchte und wer es darf
WSI Report Nr. 115, Düsseldorf, 20 Seiten