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Foto: Cover der WSI-Mitteilungen WSI-Mitteilungen

Diesselhorst, Jonathan / Jensen, Inga : Arbeitgebermacht durch die Hintertür? Mitarbeitendenwohnen im Spannungsfeld von Markt, Macht und Mitbestimmung

Ausgabe 03/2026

DOI: 10.5771/0342-300X-2026-3-266

Seiten 266-273

Zusammenfassung

Das Mitarbeitendenwohnen erlebt angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels und angespannter Wohnungsmärkte eine Renaissance, nachdem es seit den 1970er Jahren stark an Bedeutung verloren hatte. Historisch diente Werkswohnen der Bindung von Arbeitskräften und der Stärkung der Arbeitgebermacht. Heute zwingt die wachsende strukturelle Marktmacht der Beschäftigten Unternehmen, insbesondere in Branchen mit schwierigen Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen, dazu, Wohnraum als Standortfaktor bereitzustellen. Die Ausgestaltung des Mitarbeitendenwohnens ist dabei Gegenstand von Aushandlungsprozessen und Machtressourcen der Beschäftigten und Arbeitgeber. Gewerkschaften fordern vor diesem Hintergrund eine stärkere Mitbestimmung und sozial gerechte Lösungen, um bezahlbaren Wohnraum für Beschäftigte mit niedrigen und mittleren Einkommen zu sichern. Gleichzeitig ist evident, dass das Mitarbeitendenwohnen die Wohnungsfrage nicht grundlegend lösen kann ; hierfür bedarf es umfassender Reformen der Wohnungs- und Bodenpolitik.

Schlagworte: Industrielle Beziehungen, Daseinsvorsorge, Privatisierung, Wohnen/Siedlungsstruktur, Immobilien-/Wohnungs-/Baubranche

Abstract

In view of the increasing shortage of skilled workers and tense housing markets, employee housing is experiencing a renaissance after having lost much of its importance since the 1970s. Historically, employee housing served to retain workers and strengthen employer power. Today, the growing structural market power of employees is forcing companies, particularly in sectors with difficult working conditions and low wages, to provide housing as a location factor. The design of employee housing is subject to negotiation processes and the power resources of employees and employers. Against this backdrop, trade unions are calling for greater co-determination and socially just solutions to ensure affordable housing for employees on low and medium incomes. At the same time, it is evident that employee housing cannot fundamentally solve the housing issue ; this requires comprehensive reforms to housing and land policy.

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