zurück
Foto: Cover der WSI-Mitteilungen WSI-Mitteilungen

Goerke, Laszlo / Pannenberg, Markus : Betriebliche Mitbestimmung und Verstöße gegen das Mindestlohngesetz

Ausgabe 02/2026

DOI: 10.5771/0342-300X-2026-2-128

Seiten128-137

Zusammenfassung

In Deutschland werden seit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns weiterhin in beträchtlichem Ausmaß Löhne gezahlt, die geringer als der Mindestlohn sind. Auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) für die Jahre 2016, 2019 und 2022 zeigen wir, dass die Wahrscheinlichkeit, einen zu niedrigen Stundenlohn zu erhalten, für Beschäftigte in Betrieben mit Betriebsrat deutlich kleiner ist als für vergleichbare Beschäftigte in Betrieben ohne Betriebsrat. Dies ist insbesondere bei Gruppen von Beschäftigten zu beobachten, die häufiger von Lohnzahlungen unterhalb des Mindestlohnes betroffen sind, so z. B. bei Frauen, Teilzeitbeschäftigten und Arbeitern. Wird gegen die Vorschriften des Mindestlohngesetzes verstoßen, ist die durchschnittliche Unterschreitung des Mindestlohnes für Beschäftigte in mitbestimmten Betrieben etwas ausgeprägter.

Schlagworte: Löhne/Mindestlohn, Betriebliche Mitbestimmung, Recht, Sozio-ökonomisches Panel

Abstract

Since the introduction of the statutory minimum wage in Germany, a considerable number of employees continue to be paid wages below that level. Based on data from the Socio-Economic Panel (SOEP) for the years 2016, 2019 and 2022, we show that the probability of receiving hourly wages below the statutory minimum is significantly lower for employees in companies with works councils than for comparable employees in companies without works councils. This is particularly evident among groups of employees more frequently affected by wage payments below the minimum wage, such as women, part-time employees and blue-collar workers. Where the provisions of the Minimum Wage Act are violated, the average shortfall of the minimum wage for employees in co-determined companies is slightly more pronounced.

Zugehörige Themen