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Foto: Cover der WSI-Mitteilungen WSI-Mitteilungen

Detje, Richard / Sauer, Dieter / Stöger, Ursula / Wagner, Hilde : Der Kampf um die Köpfe. Gewerkschaften und die Zunahme rechter Orientierungen in den Betrieben

Ausgabe 04/2026

DOI: 10.5771/0342-300X-2026-4-314

Seiten 314-322

Zusammenfassung

Der Text präsentiert Befunde einer qualitativen Studie zu rechten Orientierungen in Betrieben, die auf eine nahezu zehn Jahre zurückliegende Erstuntersuchung aufbaut. Der Befund eines arbeitsweltlichen Nährbodens der extremen Rechten konnte bestätigt werden. Aber die rechten Trigger – Ausländerfeindlichkeit, Polemiken gegen „leistungslose“ Sozialeinkommen und Wut auf das politische Establishment – haben sich vor allem im gesellschaftlichen und politischen Feld radikalisiert. Aus der Krise der politischen Repräsentation ist politische Systemkritik erwachsen, die den Rechten in die Hände spielt. Um die extreme Rechte zurückzudrängen, bedarf es einer Erneuerung des politischen Mandats der Gewerkschaften. Nicht nur durch öffentlich wirksame Widerständigkeit in den aktuellen sozialpolitischen Konfliktfeldern. Sondern nicht minder durch eine beteiligungs- und konfliktorientierte Politik in den Betrieben, die Anerkennung, Selbstwirksamkeitserfahrungen und ein solidarisches Wir ermöglicht und dies mit einer konsequenten Haltung gegen den Rechtsextremismus verbindet.

Schlagworte: politische Einstellung, Gewerkschaftsstrategie, sozialer Konflikt, Antifaschismus, Rechtsextremismus

Abstract

Trade Unions and the Rise of Right-Wing Sentiment in the Workplace
This article presents findings of a qualitative study on right-wing sentiment in the workplace, which follows on from an initial study conducted almost ten years ago. The finding that the workplace provides a breeding ground for the far right has been confirmed. However, the right-wing triggers – xenophobia, polemics against ‘unearned’ social benefits and anger at the political establishment – have become more radical, particularly in the social and political spheres. The crisis of political representation has given rise to criticism of the political system, which plays into the hands of the far right. To push back the far right, a renewal of the trade unions’ political mandate is required. Not only through publicly effective resistance in the current areas of socio-political conflict, but no less through a participatory and conflict-oriented policy within workplaces that fosters recognition, experiences of self-efficacy and a sense of solidarity, combined with a consistent stance against right-wing extremism.
 

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