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WSI-Mitteilungen

Nienhüser, Werner / Glück, Esther / Hoßfeld, Heiko : Einstellungen zur Mitbestimmung der Arbeitnehmer – Welchen Einfluss haben Mitbestimmungserfahrungen?

Ausgabe 03/2016

WSI-Mitteilungen 3/2016, Seiten 161-171

Zusammenfassung

Die Stabilität der Arbeitnehmer-Mitbestimmung (in Betrieben und Unternehmen) beruht unter anderem darauf, wie Menschen Mitbestimmung bewerten. Der vorliegende Beitrag untersucht, welche Einstellungen die arbeitende Bevölkerung zur Mitbestimmung hat und inwieweit Mitbestimmungserfahrungen und die politische Sozialisation diese Einstellungen beeinflussen. Die Datenbasis liefert eine telefonische Befragung der Bevölkerung in Deutschland. Die Analysen beziehen sich auf das Teilsample (n = 1.904) der aktiv Erwerbstätigen. Die Ergebnisse zeigen erstens eine mehrheitlich überaus positive Einstellung zur Mitbestimmung. Zweitens gibt es deutliche Unterschiede in den Einstellungen: Vor allem derzeitige und frühere Betriebsratsmitglieder und in Gewerkschaften organisierte Arbeitnehmer weisen eine besonders positive Einstellung auf. Arbeitgeber mit mindestens fünf Beschäftigten haben dagegen eine deutlich weniger positive, zum Teil sogar ablehnende Einstellung zur Mitbestimmung. Politisch-praktisch legen die Befunde nahe, möglichst vielen Beschäftigten positive Mitbestimmungserfahrungen zu ermöglichen.

Abstract

One of the factors influencing the stability of codetermination within the workforce (at plant and company level) is how people evaluate codetermination. The article examines the attitudes of the working population in Germany towards co-determination and the extent to which experiences with co-determination and political socialisation affect these attitudes. The analysis is based on data taken from a telephone survey in Germany and concentrates on a subsample (n = 1,904) of the active workforce. The results show, first, that the majority of the respondents has a very positive attitude towards co-determination. Second, we find considerable differences in the attitudes: Above all, current and former works council members and unionised employees have a more positive attitude. In contrast, employers with five or more employees have a significantly less positive attitude and sometimes even a clearly negative attitude. In a political sense, our findings suggest giving as many employees as possible the opportunity to gain positive experiences in codetermination.

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