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WSI-Mitteilungen

Gebauer, Ronald : Fordern statt Fördern? - Nein! Wege aus Arbeitslosigkeit und Armut erleichtern

Ausgabe 10/2009

Die Arbeitsmarktreformen, die Anfang 2005 in Kraft traten, fanden unter der Rhetorik des "Förderns und Forderns" Eingang in das Sozialgesetzbuch. Sie werden von Vertretern aus Politik und Wirtschaft nach wie vor überwiegend positiv gewertet. Der Beitrag nimmt zwei konträre Positionen zum Ausgangspunkt: Die eine, die implizit auch den Arbeitsmarktreformen zugrunde liegt, geht davon aus, dass der Sozialleistungsbezug von der Arbeitssuche abhalte. Die Gegenposition lautet, dass die Erwerbsmotivation zunimmt, weil sich Personen in schwierigen Lebenslagen nicht länger mit niedrigen Löhnen bzw. Sozialtransfers abfinden. Beide Thesen werden anhand der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) überprüft. Der Vergleich verschiedener Geburtskohorten (Sequenzmusteranalyse) zeigt eine ausgeprägte Arbeitsmarktorientierung unter Sozialhilfeempfängern, und zwar sowohl vor als auch nach den Reformen. Er belegt aber auch die Arbeitsmarktprobleme jüngerer Personen, die aus einer Situation der Benachteiligung heraus starten. Die bisher unterentwickelte Förderkomponente ist daher unbedingt auszuweiten und qualitativ zu verbessern.

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