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WSI-Mitteilungen

Gerybadze, Alexander : Instrumente der Innovationspolitik. Auf dem Weg zu einer neuen Industriepolitik?

Ausgabe 07/2015

WSI-Mitteilungen 7/2015, Seiten 516–525

Zusammenfassung

Innovationspolitik und die aktive Beeinflussung dynamischer Fähigkeiten entscheiden maßgeblich über Erfolge im internationalen Wettbewerb. Wir beobachten weltweit einen starken Ausbau der Programme im Bereich von Forschung und Innovationsförderung, wobei sich die Instrumente der Innovationspolitik seit den frühen Anfängen in den 1960er und 70er Jahren deutlich gewandelt haben. Im Zentrum des vorliegenden Beitrags steht die Frage: Was ist neu an der „neuen Industriepolitik“ und wie hat sich die Innovationspolitik in den letzten Jahren gewandelt? Standen früher eher Angebotsorientierung und die Förderung von Forschung im Vordergrund, so setzt man in letzter Zeit auf innovationsförderliche Rahmenbedingungen, Stimulierung von Marktkräften und zunehmend auf die Förderung von Kooperationen und Clustern (Stichwort „open innovation“). Spätestens seit der Finanzkrise beobachten wir auch, dass der Produktionssektor wieder in das Blickfeld der Innovationsförderung gerückt ist. Auch dem staatlichen Handeln wird eine neue Rolle zugewiesen, um Markt- und Systemversagen zu überwinden. Zudem ist Innovationspolitik weltweit auch zunehmend auf Bedarfsfelder und auf die Lösung zukünftig wichtiger gesellschaftlicher und ökologischer Probleme gerichtet. Die Innovationspolitik in der Bundesrepublik ist nach wie vor durch bestehende Strukturdefizite geprägt. Wir sind oft stark in der Grundlagenforschung, aber nicht effizient genug in ihrer Umsetzung. Die deutsche Wirtschaft weist Stärken im Bereich mittlerer Technologie und bei inkrementalen Verbesserungsinnovationen auf. Deutliche Defizite gibt es hingegen bei Spitzentechnologien und im Bereich wissensorientierter Dienstleistungen.

Abstract

Innovation policy and the building of dynamic capabilities are the key to successful industrial development. National support programs for R&D and industrial innovation have become increasingly important for economic development. The toolbox and the organizational processes of public innovation support have been changed considerably. Our paper thus analyzes the new features of innovation policy that have evolved during the past 10 to 15 years. Typical characteristics of the new paradigm of innovation policy are: the stronger emphasis on stimulating market forces, innovation-enhancing framework conditions, and the support of cooperation activities, networks and regional clusters (“open innovation”). Some movement away from supply-side policies and traditional “picking-the winner” policies can be observed. Since the financial crisis, manufacturing innovation has also become an issue in many countries, as well as the stronger involvement of government in stimulating innovation and industry renewal. New strategies in many countries emphasize future challenges that need to be solved through research and innovation (co2-reduction, energy, urbanization). We analyze Germany’s innovation system in particular: while being strong in basic research, we still miss dynamic capabilities and industrial renewal as a result of structural deficits. German industry is strong in medium-technology and incremental innovation, but weak in advanced-technology and knowledge-based services. Even though the German Federal Government formulated a New High-tech-Strategy in 2010, the successful implementation of a coherent strategy for innovation and industrial renewal still displays deficits.

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