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WSIM 2018 WSI-Mitteilungen

Koppetsch, Cornelia : Rechtspopulismus als Klassenkampf? Soziale Deklassierung und politische Mobilisierung

Ausgabe 05/2018

WSI-Mitteilungen 5/2018, Seiten 382–391

Zusammenfassung

In ungleichheitstheoretischer Perspektive werden die Ursachen für den Aufstieg populistischer Rechtsparteien in Europa entweder primär auf sozio-ökonomische oder aber primär auf kulturelle Spaltungen zurückgeführt. Theoretisch wie empirisch gehaltvoller erscheint demgegenüber eine integrierte Perspektive, welche die im Rechtspopulismus aufbrechenden Konflikte um Wahrheiten und Deutungshoheiten als Ausdruck symbolischer Kämpfe betrachtet, durch welche die gegenwärtige Herrschaftsordnung im Ganzen angegriffen wird. Im Anschluss an die Sozialtheorie von Pierre Bourdieu legt die Autorin dar, auf welche Weise die politischen Narrative des Rechtspopulismus an die Habitus unterschiedlicher Milieus anknüpfen. Die Spezifik der durch rechtspopulistische Parteien mobilisierbaren Einstellungen und Dispositionen (Habitus) resultiert aus Transformationen in Reaktion auf die seit 1989 gemachten Deklassierungserfahrungen, von denen auch Milieus in Ober- und Mittelschichten betroffen sind. Der Beitrag beleuchtet die Mobilisierungsmotive in drei Milieus: der konservativen Oberschicht, der traditionellen Mittelschicht und der prekären Unterschicht.

Abstract

From a perspective of theoretical inequality, the causes of the rise of populist right-wing parties in Europe are attributed either primarily to socio-economic divisions or primarily to cultural divisions. Theoretically as well as empirically an integrated perspective appears more substantial, which understands the conflicts about truth and sovereignty of interpretation that arise in rightwing populism as expression of symbolic struggles which attack the entire régime at the present time. Following Pierre Bourdieu’s theory, the author explains how the political narratives of right-wing populism tie in with pre-political class specific attitudes and habitual patterns. The specificity of these habitual patterns results from transformations in response to the declassification experiences made since 1989, which also affect milieus in the upper and middle classes. The article illuminates the motives of mobilisation in three milieus: the conservative upper class, the traditional middle class and the precarious lower class. 

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