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Foto: Cover der WSI-Mitteilungen WSI-Mitteilungen

Metzing, Maria / Jäger, Julian / Jacobsen, Jannes / Harder, Niklas / Römer, Friederike : Stark beschäftigt, schwach vertreten. Fachkräfte ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Engpassberufen

Ausgabe 03/2026

DOI: 10.5771/0342-300X-2026-3-256

Seiten 256-265

Zusammenfassung

Der anhaltende Fachkräftemangel stellt den deutschen Arbeitsmarkt vor große Herausforderungen. Prognosen zeigen einen Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials um bis zu 12 % bis 2060 und besonders starke Rückgänge in Berufen, in denen heute schon Engpässe zu verzeichnen sind. In diesem Kontext ist die Rolle von Arbeitnehmer*innen ohne deutsche Staatsangehörigkeit von großer Bedeutung, denn sie sind schon jetzt überdurchschnittlich in Engpassberufen vertreten. Trotz Engpässen deuten die Ergebnisse darauf hin, dass dies bislang weder bei Beschäftigten mit noch bei Beschäftigten ohne deutsche Staatsangehörigkeit zu einem überdurchschnittlichen Einkommensanstieg und damit zu einer besseren Verhandlungsposition geführt hat. Vor dem Hintergrund der geringeren gewerkschaftlichen Organisierung von Beschäftigten ohne deutsche Staatsangehörigkeit stellt sich daher die Frage, ob hier ein Repräsentationsproblem ihrer Interessen vorliegt. Um dieses Potenzial für den Arbeitsmarkt und zugleich für gewerkschaftliche Organisationen zu sichern und auszubauen, sollten arbeitsmarktpolitische Maßnahmen gezielt auf Integration und berufliche Entwicklung ausgerichtet werden.

Schlagworte: Arbeitsmarkt, Arbeitsmarktsegmentation, ausländische Arbeitnehmer, Gewerkschaftsstrategie, Fachkräftemangel

Abstract

The ongoing shortage of skilled labour poses a major challenge to the German labour market. Forecasts predict a decline in the working population by up to 12 % by 2060, particularly in occupations facing labour shortages. Against this backdrop, people without German citizenship are becoming increasingly important. They are overrepresented in occupations heavily affected by the labour shortage. Nevertheless, the results indicate that skilled labour shortages have not yet led to an above-average increase in income and thus to a noticeably better bargaining position for neither domestic nor foreign employees. Given the lower level of union membership among people without German citizenship, the question arises as to whether there is a problem of representation of the interests of these groups. In order to secure and expand the potential of these workers for the labour market and, at the same time, for trade unions in the long term, labour market policy measures should be specifically geared toward integration and professional development.

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