Beckmannshagen, Mattis / Sperling, Annika : Unterbeschäftigung in Zeiten von Arbeitskräfteengpässen. Potenziale gesteigerter Arbeitnehmerflexibilität
DOI: 10.5771/0342-300X-2026-3-248
Seiten 248-255
Zusammenfassung
Die durch die demografische Entwicklung zunehmend auftretenden Arbeitskräfteengpässe beherrschen derzeit viele arbeitsmarktpolitische Debatten. Daten des Sozio-oekonomischen Panels zufolge ist analog zu wachsenden Arbeitskräfteengpässen die Unterbeschäftigung in Deutschland – also der Anteil der Beschäftigten, die sich eine Ausweitung ihrer Arbeitszeit wünschen – seit 2010 zurückgegangen. Unabhängig vom Zeittrend sind Mütter besonders häufig von Unterbeschäftigung betroffen, was darauf hindeutet, dass ein Zusammenhang zwischen der Ausübung von Care-Arbeit im Haushalt und der Nicht-Realisation der Arbeitszeitwünsche besteht. Flexible Arbeitszeiten oder die Option, aus dem Homeoffice zu arbeiten, können potenziell dazu beitragen, Betreuungsverpflichtungen und Erwerbsarbeit miteinander in Einklang zu bringen. Der vorliegende Beitrag zeigt, dass die Option des flexiblen Arbeitens Müttern zwar häufiger zur Verfügung steht als kinderlosen Frauen, aber seltener als Vätern.
Schlagworte: Arbeitsorganisation, Arbeitsmarkt, Organisationskultur, Familienarbeit/Care, flexible Beschäftigung
Abstract
The increasing demand for workers due to demographic changes currently dominates many labor market policy debates. Based on data from the Socio-Economic Panel, underemployment in Germany – that is, the proportion of employees who would like to increase their working hours – has declined since 2010, mirroring the rise in demand for workers. Regardless of this trend, underemployment is particularly common among mothers, which points to a connection between the responsibility for care work within the household and the inability to realise desired working hours. Flexible working hours or the option to work from home could potentially help to reconcile caregiving responsibilities with employment. This article shows that while mothers have access to flexible working arrangements more frequently than childless women, they have such access less often than fathers.