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Foto: Cover der WSI-Mitteilungen WSI-Mitteilungen

Röwer, Anne / Depperschmidt, Rina / Probst, Pia : Zwischen Wertschätzung und Prekarität: Auftragsbeziehungen von Soloselbstständigen

Ausgabe 02/2026

DOI: 10.5771/0342-300X-2026-2-161

Seiten 161-167

Zusammenfassung

Das Projekt „Haus der Selbstständigen“ hat im Herbst 2024 eine branchenübergreifende Erhebung zur Qualität der Arbeitsbedingungen von Soloselbstständigen durchgeführt und dafür den Fragebogen des DGB-Index Gute Arbeit zu einem statusspezifischen Instrument weiterentwickelt. Der Beitrag geht auf Basis der Erhebungsdaten einer Widersprüchlichkeit in der Auftragsbeziehung nach: Auf der einen Seite werden die Beziehungen zu den Auftraggebenden mehrheitlich als wertschätzend wahrgenommen, auf der anderen Seite wird die Vergütung weder als leistungsgerecht noch existenzsichernd erlebt. Obwohl die Auftraggebenden in der Regel das direkte Gegenüber in den Honorarverhandlungen sind, wirkt sich dies nicht negativ auf die soziale Beziehung aus. Vielmehr scheint es die direkte Beziehung, auf deren Gelingen Soloselbstständige angewiesen sind, zu erschweren, auf individueller Ebene Forderungen zu stellen. Hieraus ergibt sich ein zentraler Bedarf an gewerkschaftlicher Interessenvertretung.

Schlagworte: Arbeitsbedingungen, Auftragsbeziehungen, Soloselbstständigkeit, Gewerkschaftsstrategie, gute Arbeit

Abstract

In autumn 2024, the project “Haus der Selbstständigen” (“House of the Self-Employed”) conducted a cross-sector survey on the quality of working conditions of solo self-employed persons, further developing the questionnaire of the good work index, an instrument of the German trade union confederation DGB, into a status-specific instrument. Based on the survey data, this article explores a contradiction in the client relationship: On the one hand, most respondents perceive their relationships with clients as appreciative. On the other hand, they do not consider their renumeration to be commensurate with their performance or sufficient to secure their livelihood. Although their clients usually are the direct counterpart in fee negotiations, this does not have a negative impact on the social relationship. Rather, the direct relationship, a key to solo self-employed persons’ success, seems to inhibit demands at the individual level. Evidently, there’s a crucial need for trade union representation.

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