Quelle: Christian Ohde
Marian Jacobs, 16.04.2026: Wärme als öffentliche Aufgabe
Zwei Drittel der Haushalte in Deutschland haben nicht das Geld, ihre Klimaneutralität selbst zu organisieren. Für eine sozial gerechte Wärmewende braucht es kollektive Lösungen.
Die Wärmewende droht an ihrer individuellen Anreizlogik zu scheitern. Zwei Drittel der Haushalte können ihre Klimaneutralität nicht selbst organisieren. Es fehlt ihnen das notwendige Geld, um beispielsweise eine Wärmepumpe in ihr Haus einzubauen. Gleichzeitig werden die Kosten für den Betrieb einer fossilen Heizung steigen. Für eine sozial gerechte Wärmewende braucht es statt individueller Verantwortung deshalb kollektive Lösungen. Historische Erfolge in der bundesdeutschen Geschichte zeigen, dass flächendeckende Infrastruktur durch öffentliche Daseinsvorsorge entsteht, nicht durch Förderprogramme. Für eine sozial gerechte Wärmewende braucht Deutschland verbindliche Wärmepläne, kommunale Aufgabenträger und öffentliche Finanzierungsstrukturen.
Ein Beispiel, das kein Einzelfall ist
Stellen wir uns eine Familie in einem Einfamilienhaus vor, irgendwo in einer mittelgroßen Stadt in Deutschland. Die Ölheizung im Keller stammt aus den 1990er Jahren, und es ist klar, dass sie bald ersetzt werden muss. Der zuständige Handwerksbetrieb macht ein Angebot für eine neue Wärmepumpe, doch der Familie fehlen die notwendigen finanziellen Rücklagen für die Investition. Sie besitzen zwar eine Immobilie, aber das bedeutet nicht, dass sie 15.000 Euro für eine neue Heizung wie eine Wärmepumpe übrighaben. Die Familie kann sich deshalb keine neue Heizung ihr ihr Haus einbauen. Auch die aktuellen Fördersätze von bis zu 70 Prozent durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können daran nichts ändern. Kommt Fernwärme, wäre das günstiger, aber das nächste Netz liegt drei Straßen weiter und wird wahrscheinlich nicht bis hierher ausgebaut. Die Familie wartet deshalb, bezahlt steigende Gaspreise und hofft, dass irgendjemand für sie eine Lösung finden wird. (Umweltinstitut München 2025).
Diese Situation ist kein Einzelfall, sie betrifft Millionen Haushalte in Deutschland. Dabei gibt es eigentlich einen breit geteilten Wunsch nach Klimaschutz im Eigenheim, wie Umfrageergebnisse der Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND) zeigen: Diejenigen, die selbst in ihr Eigenheim investieren müssen, sind über alle politischen Einstellungen hinweg grundsätzlich bereit, eine Wärmepumpe in ihr Haus einzubauen.
Die Familie aus unserem Beispiel tauscht ihre Heizung allerdings nicht, um das Klima zu schonen, sondern weil die alte Heizung kaputt ist. Insbesondere in den Sommermonaten vor einer Heizperiode stellt sich bei vielen Hauseigentümern die Frage, ob die Heizung noch einen Winter schafft oder ersetzt werden muss. Die Familie muss sich deshalb also nicht die Klimatransformation leisten können, sondern sie muss sich eine moderne Heizung leisten können. Ansonsten würde sie indirekt gezwungen werden, eine technologisch veraltete Wärmelösung wie eine Gasheizung einzubauen. Wärmepumpen sind schon längst nicht mehr nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern technisch-ökonomisch sinnvoll. Es gibt keine effizientere Wärmeversorgung: In einem Bestandsgebäude kann die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom im Durchschnitt drei Kilowattstunden Wärme machen. Diesen Erfolg der Wärmepumpe belegen auch offizielle Zahlen des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH): Im Jahr 2025 sind erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft worden. Insgesamt sind aber zwölf Prozent weniger Wärmeerzeuger als üblich verkauft worden, was darauf schließen lässt, dass Haushalte die Investition in eine neue Wärmetechnologie aufschieben. Die Krise wird folglich immer größer und die Wärmewende funktioniert immer weniger für die meisten Menschen. Steigende Gaspreise, die sich bis 2035 fast verdreifachen werden, erhöhen den Druck für viele Haushalte weiter (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung 2023).
Die zunehmende Krise im Eigenheim
Die deutsche Klimapolitik im Gebäudebereich basiert auf einer einfachen Idee: Der CO2-Preis macht fossiles Heizen teurer, der Staat bietet Förderung für klimafreundliche Alternativen, und die Haushalte reagieren rational auf diese Anreize. Sie informieren sich, wägen ab, beantragen Fördermittel und investieren in ihr Eigentum. So jedenfalls die Theorie.
Die Wirklichkeit sieht anders aus. Eine Analyse des Sozial-Klimarates zeigt: Nur etwa ein Drittel der deutschen Haushalte ist überhaupt in der Lage, dieser Logik zu folgen. Es handelt sich um Eigentümer mit ausreichend Kapital, Zeit und Wissen, um die komplexen Förderlandschaften zu navigieren und fünfstellige Investitionen zu stemmen. Die übrigen zwei Drittel scheitern an strukturellen Hürden, die kein noch so gut gemeintes Förderprogramm überwinden kann, oder Kapitalengpässen wie die Familie aus dem obigen Beispiel. Das kommende Gebäudemodernisierungsgesetz erhöht die Komplexität für die Haushalte durch den möglichen Einsatz von grünen Gasen bzw. grünem Heizöl zusätzlich.
Neben denjenigen, die im Eigentum wohnen, gibt es noch die Mieter, die 50 Prozent aller Haushalte ausmachen. Sie haben keine Entscheidungsgewalt über ihre Heizung und tragen dennoch die Kosten, wenn der Vermieter modernisiert: Bis zu acht Prozent der Investitionssumme können jährlich auf die Kaltmiete aufgeschlagen werden. Eine Wärmepumpe für 25.000 Euro bedeutet mehrere Hundert Euro mehr Miete pro Jahr, dauerhaft. Die Förderung, die der Eigentümer erhält, reduziert zwar die umlegbaren Kosten für den Mieter, aber eine Verteuerung der Kaltmiete um mehrere Hundert Euro pro Jahr ist für viele finanziell nicht tragbar. Schließlich gibt es die Eigentümer in Mehrfamilienhäusern, die ein ganz eigenes Problem haben. Sie müssen sich mit anderen Parteien einigen und mit komplexen Eigentumsstrukturen kämpfen. Häufig scheitern sie an der schieren Koordinationsaufgabe. Dieses Problem kann kein Förderprogramm lösen.
Die Verteilungseffekte der aktuellen Förderpolitik sind gravierend: Die Auswertung der Förderung zeigt, dass ein Großteil des Förderprogramms BEG an die oberen zehn Prozent der Haushalte gegangen ist. Die Auswertung der tatsächlich ausgezahlten Fördergelder belegt die These, dass Förderprogramme immer eine regressive Wirkung haben. Wenn Angebote verglichen, Auftragnehmer koordiniert und Anträge gestellt werden müssen, sind diejenigen mit viel Zeit und Wissen im Vorteil. Daran kann auch der seit 2024 ausgezahlte Einkommensbonus nichts ändern. Trotz eines 30-prozentigen Förderzuschlags für Haushalte mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von maximal 40.000 € hat sich die sozio-ökonomische Verteilung zu 2023 nicht wesentlich geändert (Prognos AG/ifeu/FIW/ITG 2025; Prognos AG/ifeu/FIW/ITG 2026). Die Zahlen sprechen deshalb eine klare Sprache: Die BEG-Förderung ist zu komplex und die Wärmewende in ihrer jetzigen Form ein Umverteilungsprogramm von unten nach oben.
Das Rosinenpicken des Marktes
Die Probleme beschränken sich nicht auf die Haushaltsebene. Auch bei den kollektiven Lösungen, den Wärmenetzen, zeigt sich ein Systemversagen. In den rund 11.000 deutschen Kommunen werden derzeit Wärmepläne erstellt. Diese Pläne weisen aus, wo Fernwärme entstehen soll und wo dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen sinnvoller sind. Doch zwischen Plan und Umsetzung klafft eine Lücke, denn die Wärmpläne sind nicht verbindlich.
Wärmenetze sind kapitalintensive Infrastrukturen mit langen Amortisationszeiträumen. Es dauert also häufig Jahrzehnte, bis sich die Investition in ein Wärmenetz gelohnt hat. Private Investoren bauen sie nur dort, wo die Bedingungen aus betriebswirtschaftlicher Perspektive stimmen: dichte Bebauung, zahlungskräftige Abnehmer, geringer Erschließungsaufwand. Diese Gebiete können Rosinen genannt werden. Sie sind lukrativ und werden vorrangig ausgebaut. Die weniger attraktiven Gebiete, die Zitronen, bleiben übrig. Sie erscheinen zwar in den Wärmeplänen, aber kein Investor wird dort tätig.
Das Ergebnis ist, dass der Markt die Rosinen pickt, während der Staat die Zitronen verdauen muss. Das Problem ist nicht neu. In anderen Infrastrukturen, wie beim Breitbandausbau, sehen wir dasselbe Phänomen: Private Anbieter erschließen lukrative Gebiete, während ländliche Regionen auf staatliche Förderung warten, die wiederum mit enormen Bürokratiekosten verbunden ist. Das genehmigte Förderbudget für den Gigabit-Ausbau beträgt mittlerweile 38 Milliarden Euro, und trotzdem bleiben Lücken Bei der Wärmeversorgung kommt erschwerend hinzu: Anders als beim Strom oder beim Wasser gibt es keine klare Infrastrukturverantwortung. Niemand ist verpflichtet, ein Wärmenetz zu bauen oder zu betreiben. Die kommunale Wärmeplanung ist ein Planungsinstrument, aber sie schafft keine Umsetzungspflicht. Der Staat hofft also auf freiwillige Aktivitäten, aber er kann sie nicht garantieren.
Die vergessene Geschichte erfolgreicher Infrastruktur
Ein Blick zurück auf die erfolgreiche Bewältigung großer Infrastrukturaufgaben in Deutschland ist sehr aufschlussreich. Das Telefonnetz der Bundespost ist ein instruktives Beispiel. In den 1960er Jahren besaß kaum ein Drittel der Haushalte einen Telefonanschluss. Zwanzig Jahre später war eine nahezu flächendeckende Versorgung erreicht, und Deutschland verfügte über eines der technisch effektivsten und flächendeckendsten Telefonnetze der Welt (vgl. Franke 2023).
Dieser Erfolg war nicht in individuellen Anreizen und Förderprogrammen begründet. Die Bundespost war ein staatliches Monopol mit klarem Versorgungsauftrag. Sie baute das Netz aus eigenen Mitteln, finanziert durch die Nutzer im Kollektiv. Die Telefone selbst wurden ebenfalls nicht verkauft, sondern zur Nutzung an die Haushalte vermietet. Haushalte mussten keine hohen Anschaffungskosten stemmen. Sie zahlten eine kleine monatliche Gebühr und erhielten dafür ein Gerät, das funktionierte und gewartet wurde.
Dieses Modell senkte die Einstiegshürden dramatisch. Es spielte keine Rolle, ob ein Haushalt reich oder arm war, ob er auf dem Land lebte oder in der Stadt. Alle erhielten dieselbe Leistung zu denselben Bedingungen. Technische Effektivität, also die Frage, ob überhaupt alle versorgt werden, war wichtiger als technische Effizienz, also die Frage, ob jede einzelne Investition maximal kostenoptimiert ist. Der Staat hat für diese technische Effektivität die Verantwortung getragen.
Leider wird diese Geschichte heute oft falsch erzählt. In der Rückschau erscheint das Bundespost-Monopol als ineffizient und bürokratisch, als Relikt einer vergangenen Zeit, das zu Recht privatisiert wurde. Doch die Privatisierung erfolgte, nachdem das Netz aufgebaut war. In dieser Phase befand sich das Netz im stabilen Hochbetrieb und generierte hohe Gewinne. Für die eigentliche Aufbauarbeit war das öffentliche Monopol der entscheidende Faktor.
Was Daseinsvorsorge bedeutet
Der Begriff Daseinsvorsorge klingt verstaubt, aber sein Inhalt ist hochaktuell. Er bezeichnet Leistungen, die für das tägliche Leben unverzichtbar sind und die deshalb nicht allein dem Markt überlassen werden sollten: Wasser, Strom, öffentlicher Verkehr, Bildung, Gesundheit. Diese Leistungen werden nach anderen Prinzipien organisiert als normale Marktgüter. Flächendeckende Versorgung gilt auch dort, wo es sich betriebswirtschaftlich nicht rechnet. Gleiche Preise für alle schaffen Solidarität zwischen Stadt und Land, zwischen wohlhabenden und ärmeren Regionen. Demokratische Kontrolle stellt sicher, dass Gemeinwohlziele Vorrang haben vor Gewinnmaximierung.
Wer die Wärmewende sozial gerecht organisieren will, muss sich an diesen Organisationsprinzipien orientieren. In der Transformation bedeutet Daseinsvorsorge ganz einfach, dass der Staat durch den Bau von kollektiven Infrastrukturen die Probleme der Menschen löst, die sie selbst nicht lösen können. Die Haushalte brauchen Wärme zum Leben, genauso wie Wasser und Strom. Niemand kann darauf verzichten. Und doch behandeln wir Wärmeversorgung grundlegend anders als Wasserversorgung. Bei der Wasserversorgung gibt es kommunale Aufgabenträger mit klarer Verantwortung.
Es ist klar, dass sechzehn Millionen Gebäude in Deutschland bis zum Zieljahr 2045 eine neue Heizung brauchen. Um weitere Transformationskonflikte und sozialen Härten im Eigenheim zu entschärfen, muss die Daseinsvorsorge dafür sorgen, dass Infrastruktur bereitgestellt und betrieben wird. Für den Bau der Trinkwasserinfrastruktur ist kein Haushalt selbst aktiv geworden, sondern es werden Beiträge von allen Grundstückseigentümern erhoben, die die kollektive Investition langfristig reinvestieren. Zusätzlich gibt es Anschluss- und Benutzungspflichten, die sicherstellen, dass die Infrastruktur wirtschaftlich tragfähig ist. Dieses Prinzip ist historisch erprobt und Garant für den erfolgreichen Aufbau von Infrastrukturen gewesen.
Ein anderer Weg ist möglich
Es ist eine politische Entscheidung, wie die Wärmewende organisiert wird. Eine Organisation im Sinne einer Daseinsvorsorge wäre ein historisch erprobter und gesellschaftlich gerechter Weg. Der erste Schritt in diese Richtung wäre, Infrastrukturverantwortung klar zu definieren. Kommunen oder regionale Aufgabenträger müssten verpflichtet werden, für eine flächendeckende klimaneutrale Wärmeversorgung zu sorgen. Wärmepläne wären nicht mehr unverbindliche Empfehlungen, sondern bindende Vorgaben.
Der zweite Schritt beträfe die Finanzierung. Öffentliche Träger können Kapital günstiger beschaffen als private Investoren. Sie sind nicht auf zweistellige Renditen angewiesen und können langfristiger planen. Finanzierungsstrukturen, gespeist aus öffentlichen Mitteln und Nutzerbeiträgen, könnten den Netzausbau finanzieren, ohne dass Haushalte hohe Einmalzahlungen leisten müssen. Das öffentliche Recht bietet dafür bereits Instrumente: Beiträge können bis zu 100 Prozent der Investitionskosten abdecken und entstehen mit der Anschlussmöglichkeit des Gebäudes, nicht erst mit dem konkreten Vertragsabschluss. Die ökonomische Logik dahinter: Das Grundstück gewinnt durch die Erschließung an Wert, und der Beitrag bildet diese Wertsteigerung ab. Auf diesem Weg lassen sich bis zu 100 Prozent der Investitionskosten refinanzieren.
Der dritte Schritt wäre, den Haushalten nicht nur Infrastrukturen, wie Stromnetze, zu bauen, sondern den Haushalten auch die Endgeräte zur Verfügung zu stellen. Wärmepumpen müssten nicht als teure Anschaffung gekauft werden, sondern würden als Miet- oder Leasing-Angebot zur Verfügung stehen. Der Betreiber trägt das Wartungsrisiko, der Haushalt zahlt eine kalkulierbare monatliche Gebühr. Solche Modelle senken die Markteintrittshürden und ermöglichen eine sozial gestaffelte Preisgestaltung.
Was jetzt zu tun ist
Skandinavien zeigt heute schon, wie es gehen kann. In Dänemark sind über 50 Prozent der Haushalte an Fernwärme angeschlossen. Die Netze sind überwiegend in öffentlichem oder genossenschaftlichem Besitz und werden nicht nach Profitlogik, sondern nach Versorgungslogik betrieben. Das Ergebnis: bezahlbare Wärme, hohe Versorgungssicherheit und ein Dekarbonisierungspfad, der sozial verträglich ist.
In Deutschland drängt die Zeit, und zwar in doppelter Hinsicht. Klimapolitisch müssen wir bis 2045 klimaneutral heizen. Sozialpolitisch drohen ohne ein klares Konzept zum Aufbau von Infrastruktur eine zunehmende Kostenexplosion und schwindende Akzeptanz für die Energiewende. Jedes Jahr Verzögerung macht die Transformation teurer und die sozialen Verwerfungen größer. Insbesondere diejenigen, die jetzt noch nicht handeln können, sind betroffen, da sie weiter fossil heizen müssen und somit steigende Gas- und Ölpreise bezahlen müssen.
Große Infrastrukturen sind das Rückgrat für das Funktionieren der Gesellschaft. Die Daseinsvorsorge, war die staatliche Antwort auf die Entwicklung der Industriegesellschaft. Sie hat den allgemeinen Zugang zu existenziellen Gütern und Leistungen für die Gesellschaft gesichert und damit ein Leben in der Moderne gesichert: Niemand könnte sein Wasser oder seinen Strom selbstständig produzieren, Aufgabenträger machen das im staatlichen Auftrag. In der Transformation zu einer klimaneutralen Industriegesellschaft stellt sich diese Frage nach neuen Aufgabenträgern erneut: Wie kann eine flächendeckende Versorgung mit klimaneutraler und bezahlbarer Wärme gesichert werden? Eine planvolle, koordinierte Transformation wäre effizienter als das aktuelle Chaos individueller Entscheidungen. Dafür braucht es eine klare und verbindliche Planung mit konkreten Umsetzungsschritten und Verantwortlichkeiten. Deutschland hat das früher gekonnt. Es wird Zeit, sich daran politisch zu erinnern.
Referenzen
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (2023): Forschungsprojekt: Folgen warmer Nebenkosten: Wirkungsanalyse aktueller und zukünftiger Wärmekosten für private Haushalte, Energieversorger und Wohnungsunternehmen. Zwischenergebnisse. https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/programme/refo/wohnungswesen/2023/warme-nebenkosten/01-start.html?pos=2
Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) (2026): Jahresbilanz: Heizungsabsatz fällt auf niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Pressemitteilung vom 01.02.2026. https://www.bdh-industrie.de/presse/pressemeldungen/artikel/jahresbilanz-heizungsabsatz-faellt-auf-niedrigsten-stand-seit-15-jahren
Franke, Christian (2023): Technikwenden für die Zukunft – Kontinuitäten, Brüche und Gestaltungsprinzipien der Digitalisierung der Telekommunikationsnetze in der Bundesrepublik, in: Weber, Heike (Hg.), „Technikwende“? Historische Perspektiven auf soziotechnische Um- und Aufbrüche, Baden-Baden 2023, S. 145-168
Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND) (2025): Monitoring Energiewende im Eigenheim. https://initiative-klimaneutral.de/mee/
Prognos AG/ifeu/FIW/ITG (2025): Förderwirkungen BEG EM 2023. Evaluation des Förderprogramms „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ in den Teilprogrammen BEG Einzelmaßnahmen (BEG EM), BEG Wohngebäude (BEG WG) und BEG Nichtwohngebäude (BEG NWG) im Förderjahr 2023. https://www.energiewechsel.de/KAENEF/Redaktion/DE/PDF-Anlagen/BEG/beg-evaluation-2023-beg-em.pdf?__blob=publicationFile&v=1
Prognos AG/ifeu/FIW/ITG (2026): Förderwirkungen BEG EM 2024. Evaluation des Förderprogramms „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ in den TeilprogrammenBEG Einzelmaßnahmen (BEG EM), BEG Wohngebäude (BEG WG) und BEG Nichtwohngebäude (BEG NWG) im Förderjahr 2024. https://www.energiewechsel.de/KAENEF/Redaktion/DE/PDF-Anlagen/BEG/beg-evaluation-2024-beg-em.pdf?__blob=publicationFile&v=1
Sozial-Klimarat (2025): Die Persona-Analyse des Sozial-Klimarat: Deutsche Haushalte und ihre Anpassungsfähigkeit in der Klimatransformation (Update). https://sozial-klimarat.de/update-der-persona-analyse-deutsche-haushalte-und-ihre-anpassungsfaehigkeit-in-der-klimatransformation/
Umweltinstitut München (2025): Kosteneinsparungen einer frühen Gasnetzstilllegungsplanung. https://umweltinstitut.org/wp-content/uploads/2025/12/IFAM_Kurzgutachten_Gasnetzstilllegungsplanung_2025-12-05.pdf
(letzte Abrufe: März 2026)
Die Blogserie ist eine Zusammenarbeit zwischen dem WSI und dem Next Economy Lab (NELA). Das WSI-Herbstforum 2025 hat sich unter dem Titel „Krisen, Kämpfe, Lösungen: Transformationskonflikte im sozial-ökologischen Wandel“ dem Thema ebenfalls gewidmet. Bei NELA entsteht diese Reihe im Rahmen des Projektes „Team soziale Klimawende“, in dem Gewerkschaftsmitglieder aus IG Metall und ver.di in einer übergewerkschaftlichen Fortbildungsreihe zu Transformationspromotor*innen ausgebildet werden. Sie lernen die soziale Klimawende vor Ort und in ihren Betrieben selbst mitzugestalten, Unterstützer*innen zu gewinnen und Widerständen aktiv zu begegnen. Das Projekt wird von der Mercator Stiftung unterstützt.
Die Beiträge der Serie
- Neva Löw/Sarah Mewes/Magdalena Polloczek: Konflikte um eine sozial gerechte Klimawende (08.10.2025)
- Markus Wissen: Transformationskonflikte und globale Klimagerechtigkeit (09.10.2025)
- Neva Löw/Maximilian Pichl: Wie Klimakrise und globale Migration miteinander verbunden sind (13.10.2025)
- Silke Bothfeld/Peter Bleses: Gleichstellung im Arbeitsmarkt – Welche Herausforderungen bringt die ökologische Transformation? (21.10.2025)
- Marischa Fast/Stefanie Bühn/Johanna Weis: Gesundheitsschutz im Kontext der Klima- und Umweltkrisen – ein Thema für die Arbeitswelt (27.11.2025)
- Rahel Weier/Miriam Rehm/Neva Löw: Wie Gendereinstellungen Klimasorgen prägen (29.01.2026)
- Marian Jacobs: Wärme als öffentliche Aufgabe (16.04.2026)
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Autor
Dr. Marian Jacobs ist Senior Advisor der Stiftung Klimaneutralität. Im Rahmen seiner Tätigkeit beschäftigt er sich mit den zentralen strategischen Fragen für eine sozial-ökonomische Wärmewende und arbeitet an neuen Ideen und Konzepten für eine nächste Phase der Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren.